In der heutigen Zeit vergessen wir leider viel zu oft, dass es noch Handwerker gibt, die ihr Handwerk verstehen und dafür auch angemessen bezahlt werden wollen. Alles muss billig sein und wenn wir mal ein Produkt aus Deutschland sehen, dann schreien wir schon aus Prinzip auf weil wir es für unverschämt teuer halten.
Zwar stimme ich Dir grundsätzlich zu, aber leider gilt eben auch, dass viele Handwerker (aus Ihrer Sicht) "angemessen" bezahlt werden wollen, obwohl sie ihr Handwerk NICHT verstehen.
Die Tatsache, dass man Handwerker ist (und kein "böser Banker" oder so was) halte viele für eine Rechtfertigung für ihre ganz private kleine Abzocke.
Das erinnert mich an eine Anekdote:
Vor vielen Jahren war ich morgens in einer Bäckerei, in der ich lange Zeit mein Frühstück geholt habe. Mit mir sind drei oder vier "Hausfrauen" im Laden. Zur Kundin vor mir sagt die Verkäuferin,
dass die Bretzeln jetzt teurer sind. Weil das nämlich "arbeitsintensive Handarbeit" sei. Zustimmendes Murmeln und Nicken im Laden.
Ich wundere mich und frage:
"Haben Sie denn für die Bretzeln jetzt extra neue Leute eingestellt?". "Nein, warum"?
Ich wundere mich noch mehr und frage "Also arbeitet man in der Backstube jetzt länger als bisher?". Die Verkäufern schaut irritiert und sagt "Nein, warum?".
Ich sage: "Ja, weil doch die Bretzeln jetzt teurer sind!?"
Antwort: "Ja wissen Sie, das ist arbeitsintensive Handarbeit". Zustimmendes Murmeln und Nicken im Laden....
Ich denke mir meinen Teil und habe den Laden nie wieder betreten.
Lange Rede (und etwas OT), kurzer Sinn: Das Material hat sicher eine grosse Bedeutung. Die Qualität der Verarbeitung ebenfalls. Nur steht letztere in KEINEM direkten Zusammenhang zu den Kosten.
Wenn ein Gitarrenbauer ohnehin nur 25 Gitarren pro Quartal (Zahl völlig zufällig gewählt) verkaufen kann, spielt es keine Rolle, ob er an jeder 50 oder 500 Stunden gearbeitet hat. Er war ja
sowieso in seiner Werkstatt und hatte "nichts anderes zu tun".