Erste Eindrücke meiner Godin Progression Boutique ( 899 Euro)
Hallo liebe Godin-Liebhaber
Heute ist Sonntag,der Tag des Herrn und was bietet sich zur Erlabung der Seele mehr an als sich seinen 6-saitigen Herzdamen zuzuwenden. Diese Zuwendung kann aus mannigfaltigen Tätigkeiten bestehen von einfachen Neubesaitungen, Putz- und Polierorgien, Fingerübungen oder sinnloses Rumshreddern bis der nachbar Amok läuft , bis hin zur theoretischen Harmonielehre was auf meinem Lehrplan nicht allzu oft vorkommt.:-O
Da heute ein herrlicher Frühlingstag sein Stelldichein hält, hat sich in mir, lichtdurchflutet voller Tatendrang, Schreiblaune eingestellt und diese will ich nun nutzen.
Ich fang einfach mal an wie es mir so in den Sinn kommt, Gedankensprünge inbegriffen.
Wie kam ich auf die Marke Godin. Wie sooft bin ich durch einenMusikladen in München geschlendert und hab mir ohne grosse Kaufambitionen Klampfen aller Couleur angekuckt . Die Firma Godin war mir eigentlich weder vertraut noch hatte ich grösseres Interesse daran. Man hört hier in unseren Landen nicht viel darüber, sie war mir eigentlich nur als Geheimtipp für Akustikgitarren ein vager Begriff.
Die Progression Boutique ist mir aufgund ihrer Optik, speziell der Farbe und Deckenmaserung unter den ganzen 08/15-Klampfen ins Auge gestochen. Nach eingehender Betrachtung ist mir das schwarze Druckschalterchen neben dem Volumenpoti aufgefallen. Neugierig wie man so ist war das Anlass genug der Sache auf den Grund zu gehen und die Gnädigste anzuspielen.
Ja und dann hats wie man hier im rustikalen Bayernland so schön sagt gschnackelt.
Da ich zu heftigen Gasanfällen neige und mich so ne Klampfe ganz schnell um den Finger wickeln kann, hab ich mir angewöhnt , wenn die Möglichkeit geboten ist, andere bauähnliche Gitarren gegenzuspielen und das ganze Procedere möglichst auf verschiedenen Gitarrenverstärkern zu absolvieren, da mag man schnell mal 2-3 Stunden beschäftigt sein, macht aber fürchterlich Spass und man lernt ne Menge,
Die potentionellen Rivalen waren eine American Strat, ne Squier Classic Vibe und eine
PRS* SE EG und ne
PRS* SE custom 22, die letzteren Beiden waren Gebrauchtinstrumente. Verstärker waren ein 5 Watt-Mörder-
Marshall* Top mit fetter 4x12-er Box, ein
Fender* Mustang 5, 150Watt Transistor-Modeller, ein Blackstar 50 Watt und ein
Fender* Vaporizer.
Kurzes Statement: die American Strat war geil, klassischer Twäng, tolle Gitarre, Preis 1299 Euro.Die Classic vibe, 389 Euro ist einer Strat würdig, aber es macht sich im Klang einfach die günstigere Hardware und Tonabnehmer bemerkbar, doch für den aufgerufenen Preis ein Klasseinstrument. Die beiden Prs ( bin grosser PRS-Fan, hab selber die SE 245 und SE Singlecut in meinem Besitz) sind beide toll, aber gegen den Klang und die edle und makellose Verarbeitungsqualität samt Komponenten der Godin hatte keine je eine Chance. Die American Strat wäre aber auch ne Sünde wert gewesen, doch sie is mit Abstand die Teuerste im Bunde. Natürlich spiegelt das lediglich meinen persönlichen Eindruck und meine Vorlieben wieder.
Eigentlich passte die Progression Boutique gar nicht in mein Beuteschema was das äussere Erscheinungsbild anbelangt. Mir gefällt die rundliche Form der normalen Progression besser und die zarte Farbe hat mich trotz der geilen Marmorierung auch nicht vom Hocker gehauen, Im Nachhinein passt die Farbe für mein Empfinden sehr gut zum Charakter der Godin. Sie ist clean eine Göttin. Man kann direkt das Holz heraushören und die Aktiv/Passiv-Schaltung erweitert die Klangpalette ungemein. Man kann sie im Passivmodus ( speziell auf Stellung 2 und4 ) unwahrscheinlich perkussiv, aber zurückgenommen spielen, klingt fast schon wie ne teure Akustiggitarre über nen guten Verstärker. Klassiker wie Stairway to Heaven oder Nothing Else Matter auf dieser Klampfe wecken in mir Gefühle auf welche ich hier aus Jugendschutzgründen und Erregung des öffentlichen Ärgernisses nicht weiter eingehen kann.
Verzerrt ist das Fräulein deutlich bissiger als meine HSS-Mexico-Strat, hat aber nicht das Volumen einer Powerstrat. Da ich auch ein bekennender Hardrock-Humbucker-Fuzzy (LP/SG) bin, musste ich mich erst mit dem Zerrsound der Godin anfreunden, aber nun hat sie mir schon einige Aha-Erlebnisse und Glücksmomente beschert. Wobei ich anmerken muss das der Humbucker in Stegposition sehr an die Leistung der beiden SC`s angepasst ist, wäre am Steg ein SC verbaut anstelle des HB bei gleichbleibenden Sound würde ich diesen als sanften P90 analysieren. Bei starker Verzerrung macht der Aktiv-Modus beim Riffe-Klopfen nicht mehr soviel aus, bei angezerrten und crucnchigen Solibetrieb kommt er wieder super rüber. Die Klampfe singt richtig und hat nen Super-Sustain.
So gesehen hat mir die Godin wieder unwahrscheinlich viel Motivation, Ideen und Spass in cleanen bis angezerrten Gefilden gegeben, was schon ein wenig in den Hintergrund getreten war.
Alles in allem bin ich sehr glücklich und möchte das Fräulein Boutique nicht mehr missen. Ich hoffe , ich hab nicht zu weit ausgeholt und geneigte Leser unbeabsichtigt in die Frühjahrmüdigkeit getrieben.
Ich werde über mein Boss E-Band versuchen nen Soundfile zu erstellen, bin aber nur fortgeschrittener Anfänger , über verursachte Depressionsschübe, Schwindelanfälle oder Mittelohrerkrankungen übernehme ich keine Verantwortung, SZ-selba zschuld.;-))
Liebe Grüsse aus München
Robi, der sich nun wieder seinen Herzdamen widmen wird. Die Godin muss heute noch einiges über sich ergehen lassen.