Jimi Hendrix

von Senchay, 22.05.15.

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  1. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

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    Erstellt: 22.05.15   #21
    Oh, diesen doch recht intoleranten Satz hatte ich überlesen :(

    Auch Jimi hat das Gitarrespielen nicht "erfunden"! Wie man in "Hinter den Spiegeln" nachlesen kann hat er sich seine "Tricks" auch bei anderen Gitarristen "zusammengesucht" ;)
     
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  2. stoffl.s

    stoffl.s E-Gitarren Moderator HFU

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    Erstellt: 22.05.15   #22
    natürlich hat sein früher Tod viel zum Mythos Hendrix beigetragen. Aber nach zeitgenössischen Berichten war er damals nicht nur "ein großartiger Gitarrist" sondern eben der Größte. Und die Konkurrenz war groß - Clapton, Jeff Beck, Jimmy Page etc. Es hat schon einen Grund, warum sich im Blues- und Hardrock seit damals quasi alle Gitarristen mit ihm messen.
    Was sein Vermächtnis betrifft: manchmal hab ich das Gefühl, dass durch seinen Tod einge Entwicklungen des Gitarrenrock auch quasi eingefroren wurde - soll ja wie Hendrix klingen. Dass Hendrix sich auch nach dem 18. September 1970 weiterentwickelt hätte wird dabei gern übersehen. Darum - siehe mein voriges Post - frag ich mich ja immer wieder: wie hätte er die technischen und musikalischen Entwicklungen der 70er und 80er Jahre beeinflusst/ in seinen Stil integriert. Und wär er auch dann noch immer als einer der innovativsten Gitarristen wahrgenommen worden oder irgendwann zu einer Karikatur seiner selbst verkommen, wie so viele alternden Stars.
     
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  3. Senchay

    Senchay Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.15   #23
    Nimms bitte nicht ernst :-) Ich schätze jeden Gitarristen, wenn der jenige nicht gerade vor Angeberei strotzt.

    Das darfst echt nicht ernst nehmen. Ich mag auch einige der Neuzeit, so isses nicht. Kiko Lourero zb.

    Hab den Satz auch gefixt, war doof, ich gebs zu. Aber lange nicht so gemeint wie es sich angehört hat., ehrlich.

    Nun lautet es so:

    Gibt ja zu vielen Gitarristen einen thread, dann soll der Magier schlechthin doch auch einen haben :-)
     
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  4. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

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    Erstellt: 22.05.15   #24
    ok, erledigt ;)
     
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  5. Hans_3

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    Erstellt: 22.05.15   #25
    Da Du die Goldwaage ja nun rausgeholt hast, muss ich anmerken, dass es einem Verstorbenen nicht möglich ist, seinem Tod etwas zu verdanken. ;)
     
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  6. Senchay

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    Erstellt: 22.05.15   #26
    Genau das war es das ich hier nicht lesen will. Wenn du meinst das er nix besonderes war und einer unter vielen, naja, jedem seine Meinung.

    Ich will nicht drüber reden wer besser war sondern über Hendrix. Ok? Ich hab den Satz geändert mich dafür entschuldigt und nun muss es gut sein.

    Danke.
    --- Beiträge zusammengefasst, 22.05.15 ---
    Btw......Als ich mich in Hendrix verliebt habe, zu dem Zeitpunkt wusste ich gar nicht das er tot ist. :-) Also der Grund das sein Tod der Auslöser ist trifft auf mich zumindest mal nicht zu.
     
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  7. egokenny

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    Erstellt: 22.05.15   #27
    Es heisst im Übrigen "Thread"! ;)
     
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  8. Plektomanic

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    Erstellt: 22.05.15   #28
    Es gibt auf der Welt einen HAUFEN guter - Spitzenmässiger Gitarristen , weil es ganz einfach DAS Populärste Instrument Aller Zeiten ist (Da verwette ich ziemlich viel drauf)
    Und Was die E-Gitarre angeht so fand und findet da trotz der bescheidenen meinung von stoffl.s eine entwicklung Statt in mehrere richtungen .
    Van Halen hat der Rock Gitarre wie Hendrix vorher neue Impulse gegeben , Jimmy Page Hat nachHendrix tod mit seiner Band Led Zeppelin , EINIGE Gitarristen und Musikstile beeinflusst , Zappa , Steve Vai (Gehören irgendwie zusammen) Ebenfalls Genies und mit Hendrix ganz eng befreundet gewesen Frank zappa und Jimi haben OFT zusammen gjammt , Steve Vai Hat sich ein Denkmal mit "Passion and Warfare " gesetzt ..dann der Metal (Klar muss man nicht mögen , gehört aber trotzdem zur Family irgendwie) James Hetfield und Hammet haben mit den Ersten 4 Metallica Alben Ganz Bestimmt die Musik Geprägt ...und so weiter
    Gottvater von dieser ganzen Geschichte ist und Bleibt Jimi Hendrix , da aber "nur" bei der E-Gitarre , man solltedas dann auch Fairerweise nicht mit irgendwelchen Jazzern oder Klassikmusikern Vermischen , weil es einfach ne andere Welt ist , Joe Pass (hail) KANN man Unmöglich mit Hendrix vergleichen .
    Und irgendwie liegt GENAU DA der Konflikt , Musik Kann Nie mit anderer Musik Verglichen werden es ist Keine Messbare Substanz ..irgendwie , deswegen find ich auch so sätze wie "Hendrix Killed Clapton " oder Blackmore ist besser als Page (dann noch die sache mit Rory gallagher , der ja in Wirklichkeit der Gott nr1 ist und so weiter ) VÖLLIG Kindisch ..zumal die Musiker untereinander selten solche Konkurrenzgefühle hatten .

    Ach so , Stevie Ray Vaughan ..Ebenfalls Oberklasse :

    SRV- Voodoo Chile(Slight Return)
    Ich wette Jimi Wäre Verdammt Stolz auf Stevie
     
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  9. klaatu

    klaatu E-Gitarren Moderator

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    Erstellt: 22.05.15   #29
    Dann nehme ich deine Entschuldigung mal an (kann ja passieren, dass man nicht weiß, was man tippt) und halt mich hier raus. :)
     
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  10. Plektomanic

    Plektomanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.15   #30

    Quätsch mit Sousse Man , Hendrix ist DEFINITIV nicht nur wegen seines Tragischen Todes ein So Brillianter Blues/Rock Gitarrist gewesen , sorry aber das ist fast schon Ignorant , und auf Keinen fall objektiv , auch wenn Musik Geschmackssache ist ..
    Dann haben eben ALLE Unrecht , wenn man Quer durch die Rocklegenden Fragt wer der Grösste ist : Jimi Hendrix , Ob Clapton , Van Halen , Stevie Ray Vaughan, Slash , Zappa , Blackmore etc etc , 90 % Aller Gitarristen (das ist nunmal Fakt)
    Behaupten dass Hendrix Gottes Sohn , äh Der Beste Rock Gitarrist aller Zeiten War und Wohl auch so schnell nicht verstossen wird und ich sing da im Chor nicht nur mit weils Schick oder so ist ..Nee Die Musik ist Halt im Blues/Rock Bereich das BESTE .
    Alleine für "Electric Ladyland" gebührt ihm der Thron .
     
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  11. Senchay

    Senchay Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.15   #31
    ich kann dir natürlich nicht das Wort verbieten und wills auch nicht :-) Gibt keinen Grund zum streiten :-) Ist jetzt zwar ein sehr langer Text aber ich versuche mal halbwegs zu erklären warum ich es sehe wie ich es sehe.

    Wenn einer das nicht versteht was wir hier schreiben ist das völlig ok und verständlich. Und ich rede jetzt nicht dich persönlich mit dem folgenden an, klaatu. Das ist eher allgemein auf mein Umfeld bezogen.

    Meistens gehe ich sogar davon aus das es keiner versteht was ich mit dem Gelobe über Hendrix meine, du wirst lachen. Weil ich mit dieser Erfahrung aufgewachsen bin.
    Ist jetzt nicht negativ gemeint, ich stell es nur immer wieder fest das man eigentlich schon sehr "anders" sein muss um seine Sachen richtig zu verstehen. Ich hab das schon sooooooooo oft in meinem Leben versucht anderen zu zeigen was ich da höre, Leuten die auch lange Gitarre spielen sogar, aber die wenigsten verstehen mich. Im Grunde gibt es nur einen einzigen meiner Kumpels der das genau so sieht wie ich, um andere Gelichgesinnte zu finden hab ich erstmal diesen Post aufmachen müssen. Und hier pendeln so langsam einige mehr ein die "mit im Boot" sind, zumindest in ähnlicher Form. Es ist also schon ehr schwer zu verstehen was Jimi Hendrix ausmacht, das ist keine Aussage von mir sondern eine Feststellung die jeder in der Welt sehen kann wenn er sein (weiteres) Umfeld betrachtet.

    Es gibt die Leute die selber Gitarre spielen aber aus einer anderen Ecke kommen. Diese Leute achten dann auf die Technik von Jimi und sehen oft das er sich verspielt, unsauber ist, Töne nicht ausspielt sondern nur andeutet usw uswu usw. Beschäftigt man sich nun nicht mit ihm (und vor allem mit seinem Gear, speziell der Gitarre, die alles andere als eine Ibanez mit Wizard III Hals und High Gain PUs ist) kommt man schon mal zur Meinung das es da doch viele bessere gibt.

    Dann gibts die Masse, hier ist es ganz schlimm. Hier hört man seine Musik als Katzengejammer und möchte das sie sofort durch "insert random top 10 chart hit here" ersetzt wird. "Sowas kann man sich ja nicht anhören". "Was hat das noch mit Musik zu tun?" hört man von diesen.

    Dann gibts die Blueser und Jazzer, die so einige Songs von ihm gut verstehen und auch anerkennen welche Leistung er vollbringt. Sie sehen das er seine Technik aus vielen Richtungen zusammengebaut hat und mit eigenen Ideen erweitert. Hier läuft Jimi Hendrix halt auch abund zu, bzw genauso oft wie andere gute Blueser usw.

    Dann gibts es einfach diejenigen die wirklich sehen was er da macht und auch mal drüber nachdenken mit welchem Equipment er es getan hat, zu welcher Zeit, vor einem Publikum das ihn oft nur dumm angesehen hat weil sie dachten er kommt vom Mars. Diese kennen sich gut mit Musik aus und sehen das Gesamtbild. Diese können ihn zb auch oft mal als "besten Gitarristen" darstellen.

    Dann gibts diejenigen die sofort los flamen und sagen "Oh Mann... Petrucci kanns doch viel besser, schau mal wie schnell der spielen kann, Jimi Hendrix ist doch ein Nobody, was der kann kann ich schon lange".

    Und natürlich kann man die Welt nicht in solche Schubladen stecken und es gibt noch viel mehr ...

    Dann gibts Leute wie mich und ein paar andere anwesende hier. Ich red jetzt mal nur für mich aber hört sich so an als ob zumindest trash so ähnlich drauf ist wie ich.

    Für mich ist J.H sozusagen die Erlösung. Die "Basis" der Musik. Medizin, Adrenalinquelle, Anschubskraft für depressive Tage, der Grund warum ich so intensiv Musik höre und eigentlich halt "der beste Gitarrist & MUSIKER", gepaart mit seinem geheimnisvollen Charakter, seiner Stimme, seiner Fähigkeit ins Abnormale abzudriften sozusagen der Musik-Gott. Das ist nicht nur Musik, ich weis auch nicht wie man das beschreiben kann. Ich weis aber das es mehr von "uns" gibt denn mir sind schon einige untergekommen die exakt das gleiche empfinden. Manche tendieren ja sogar in Spinnerei und bauen sich Schreine und machen ihn komplett nach und denken sie wären die Reinkarnation usw, soweit ist es bei mir noch nicht. :-)

    Ich kann dir nicht sagen was wir da hören oder rein interpretieren, mit seinem Tod hat es wohl nur beiläufig zu tun. Das Jimi Hendrix eigentlich so berühmt ist wusste ich wirklich viele Jahre nicht. Wie schon gesagt, wo ich lebe hier gibt es sehr sehr wenige die mit der Musik was anfangen können, somit war er für mich niemals jemand der in der Öffentlichkeit geliebt wurde. Im Gegenteil, meistens wurde er mit Drogen in Verbindung gebracht und schlecht über ihn geredet.

    Das er wirklich scheinbar doch hohes Ansehen hat hab ich so die letzten Jahre mit erlebt, vorher wusste ich es nicht, ehrlich. Woher auch wenn ich der einzige im Umkreis bin und Internet Zeugs gab es in meiner Jugend nicht, bzw nicht bei uns. Im Fernsehen kam auch kaum was von ihm, im Radio noch weniger. Also woher wissen. Als ich das erste mal gehört hab das er tot ist war richtig hart für mich. Da hab ich ihn aber schon geliebt.

    Alles was ich in ihm höre hab ich durch eigenes Interesse und Gefallen "rausgefunden". Weil ich etwas ganz anderes empfinde wenn ich seine Musik hör. Und glaub mir, ich hab alles ausprobiert. Es gibt sehr wenig Richtungen die ich nicht über einen längeren Zeitraum gehört hab. Von Progressive Techno über Chillout, Minimal, Punk & Ska, Heavy Metal, Progressive Metal, Speed Metal, Blues, Hairmetal, über Rock und Thai Rock hab ich alles durch. Und wo bin ich jetzt mit knapp 40 gelandet? Wieder back to the roots bei Jimi. :-) Da wo es angefangen hat.

    Sehr schwer zu beschreiben ohne das die Leute denken man spinnt...


    PS: Ist eigentlich wirklich noch niemandem aufgefallen das man beinahe jeden aktuellen Gitarristen zu beinahe 100% covern kann, ausser Hendrix nicht? Gut, da wären Steve R und Randy Hanson die nahe dran sind aber kein einziger bekommt es hin sich wie Hendrix anzuhören, niemand auf der ganzen Welt.

    Dafür gibt es Leute die Kiko Loureiro, einen der abgefahrendsten Gitarristen aktuell, bis ins kleinste Detail covern. Jede Note, jeder Bend auf den Punkt. Die meisten sind coverbar, aber denjenigen der J.H 1 : 1 umsetzt ist mir noch nicht untergekommen.

    Das heist jetzt aber wieder nicht das alle anderen schlechter sind sondern nur eins: Es gibt sehr sehr wenige Ausnahme Musiker die das schaffen, nämlich unerreichbar und einzigartig zu sein, egal mit welcher Technik, selbst mit Fehlerbehafteter. Und J.H ist einer davon. B.B King war auch einer. Und genau das ist diese Magie dich ich meine.

    Was man an der ganzen Geschichte auch nicht vergessen darf, er hat das Zeugs alles geschrieben, nicht nachgespielt und sogar Leute wie die Beatles usw sind "vor ihm auf die Knie" gegangen. Alle waren geflasht von dem was er da zu dieser Zeit gemacht hat.
     
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  12. Soulagent79

    Soulagent79 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.15   #32
    Persönlich glaube ich, dass Hendrix deshalb auf der Überholspur lebte, weil er den Aufstieg von ganz unten bis nach ganz oben nicht verkraftet hat.
    Aufgewachsen in Armut, zwischen Vater und Mutter hin und her geschoben, wurde er zu einem Kleinkriminellen, der die "harte Schule" des Ghettos von klein
    auf kennen lernte. Damit er nicht in den Knast musste, ging er mit Anfang zwanzig zur Army, wo er sich nach einiger wieder herausmogelte, indem er Homosexualität vortäuschte.
    Dann kam der kometenhafte Aufstieg.
    Geld, Frauen, Drogen - alles war jetzt für ihn erhältlich, außerdem wurde er von seinen Fans zu einer Art gottgleichem Wesen erklärt.

    Wie soll das ein junger Mann, der obendrein noch so viele Entbehrungen, Abwertungen und Traumatisierungen erlebt hat, verkraften?

    Ich persönlich glaube, dass Jimi an der Persönlichkeitsstörung Borderline-Syndrom litt.
    Es passt alles zusammen:
    Frühkindliche Traumatisierungen, instabiles Gefühlsleben, Impulsivität, Substanzmißbrauch, Sucht, risikohaftes Verhalten.
    Die enormen Gefühlsausbrüche bekamen vor allem seine nächsten Mitmenschen ab.
    Einmal hielten ihn John Lennon und Paul McCartney davon ab, in einem Londoner Nachtklub seine Freundin mit einem abgerissenen
    Telefonhörer zu verprügeln.
    Gegen Ende seines Lebens wurden solche Vorfälle immer häufiger. Teils ging er auch auf Fans los, so ist er einer
    Gruppe junger Frauen gegenüber gewalttätig geworden, die ihn am Flughafen erkannte und ansprach.
    Impulsivität bzw. das Gefühl von plötzlichen, starken Gefühlsausbrüchen überwältigt zu werden, die ein unüberlegtes Handeln nach sich ziehen, passt ebenfalls gut zur Borderline-Symptomatik.
    Dazu kommt das starke Verlangen, sich gleichzeitig zu betäuben aber auch spüren zu wollen.
    Borderliner machen dies vor allem mit exzessiven, extremen Verhaltensweisen.
    Das können Selbstverletzungen sein oder Alkohol-, Sex- und Drogenexzesse bis hin zu riskanten Aktivitäten, wie z.B. schnelles
    Autofahren oder Extremsportarten.
    Viele Borderliner sind wie Seiltänzer, die ständig drohen das Gleichgewicht zu verlieren und abzustürzen.
    Ich finde diese Einschätzung deckt sich ganz gut mit Jimis Charakter.
    Auch die extreme liebe zur Musik und die Selbstverwirklichung durch sie, könnten ein Ausdruck dafür sein - wenn natürlich ein positiver!

    Gestorben ist er auch nicht an seiner Drogensucht, wie immer wieder fälschlicherweise behauptet wird,
    sondern durch einen Unfall mit Drogen, was etwas anderes ist.
    Nach durchzechter Nacht ging er früh am Morgen des 18. September 1970 in sein Londoner Hotelzimmer, in dem seine damalige Freundin, die deutsche
    Eiskunstläuferin Monika Dannemann, schon schlief.
    Jimi hatte sehr viel Rotwein intus aber da er noch recht aufgekratzt war, nahm er Schlaftabletten, die er in der Handtasche seiner Freundin fand - und zwar sehr viele!
    Das war ein fataler Fehler:
    Die Schlaftabletten lähmten zusammen mit dem Alkohol sein vegetatives Nervensystem.
    Er schlief ein und erbrach sich anschließend auf dem Rücken liegend.
    Ein Mensch, der nicht dermaßen zugedröhnt ist, bekommt automatisch einen Hustenreflex und hustet das Erbrochene ab
    oder wird durch die Komplikationen wach - Jimi aber nicht, da ihn die Kombo Tabletten und Alkohol dermaßen ausgeknockt hatte.
    Hier wurde ihm der Exzess, das nicht vorhandene Gefühl für Grenzen und Risiken, zum Verhängnis.

    Borderline kannte man damals noch nicht als Krankheitsbild. Ich frage mich, ob sein Leben länger gedauert hätte, wenn
    er nicht reich und berühmt geworden wäre - durch Ruhm und Geld fielen für ihn viele Grenzen, die einen nicht berühmten
    Menschen davon abgehalten hätten, soviel gefährlichen Blödsinn zu treiben.
    Die grenzenlose Freiheit, die er genoss, war mit Sicherheit ein Verstärker seines pathologischen Verhaltens.

    Alles in allem: Extrem tragisch. Ich wünschte, es wäre anders gekommen und er wäre heute ein Rock-Opa, der mit Clapton auf der Bühne jammt.
     
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  13. Hans_3

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    Erstellt: 23.05.15   #33
    Den wird es auch nie geben. Weil Hendrix selbst ja nicht ein einziges Mal ein Stück haargenau identisch gespielt hat. Wer z.B. das Stück X von der Platte Y covert, spielt eine Version, die Hendrix selbst nur ein einziges Mal so gespielt hat - bei eben dieser Aufnahme.

    Allerdings kann und darf man diese Nichtnachspielbarkeit nicht allein auf Hendrix beziehen. Im Grunde betrifft das alle Solisten, die sich in Musikbereichen bewegen, in den denen das improvisatorische Spiel stark im Vordergrund steht - das breite Feld des Blues und Jazz sei hier stellvertretend genannt. Namentlich werfe ich da noch Miles Davis als einen der prominentesten Nichtkopierbaren ins Feld.

    *schnipp*

    Auch mich hat es zunächst überrascht, dass es wohl keinen Hendrix-Thread bislang hier gab. Das hat ganz sicher einen Grund. Den sehe ich ich ganz einfach im fehlenden Diskussions- und Geheimnisaufklärzustand. Denn über kaum einen Musiker gibt es dermaßen viel Material, so viele Biografien, so viele Noten, Tabs, Lessons ... Jedes Detail seines Lebens und Sterbens, seines Spiels, seines Equipments, seiner Bedeutung für die Musikgeschichte und für die Entwicklung des E-Gitarre-Spiels ist in Büchern, Examensarbeiten, Feuilletons und Fachblättern so erschöpfend durchleuchtet, analysiert, beschrieben, seziert, interpretiert und überall auffindbar, dass eine thematisch breite Diskussionen darüber kaum noch Sinn zu scheinen macht.

    Interessant wäre allerdings die Diskussion, wo Hendrix heute noch spürbar ist. Bei welchen Gitarristen z.B. Und welche seiner Besonderheiten Standard geworden sind, z.B. seine typischen Doublestops, die zu heute zum Standardrepertoire jedes Gitarristen vom Schüler bis zum Studioprofi gehören. Oder wo man ihn immer wieder hört - z.B. als Soundtrack immer mal wieder in TV-Filmen eingesetzt.
     
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  14. Senchay

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    Erstellt: 23.05.15   #34
    So direkt fällt mir da keiner ein wo man direkte Einflüsse hört. Bis auf die die ihn direkt covern, wie zb Asep Stone und der obligatorische Hanson. Klar, viele Sachen sind so verwurzelt worden aber die Schnispel sind so klein das man den Einfluss nicht (mehr) wirklich herleiten kann. Ich müsst wirklich sehr lange überlegen welcher Musiker auch nur ähnliche Musik macht. Aber du kannst mir gerne welche nennen, ich bin da offen :-)



    Wenn das der Grund ist bin ja zufrieden. :-) Aber so ganz kann ich nicht glauben das noch allzu viele Leute (der heutigen Generation zumindest) arg viel zeit verchwenden drüber nachzudenken was er für die komplette Musik danach "getan" hat indem er jeweils die nächste Generation beeinflusst hat.
     
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  15. Hans_3

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    Erstellt: 23.05.15   #35
    Nach über 40 Jahren darf man nicht nur nach direkten, rundum hörbaren Einflüssen suchen. Sondern nach den indirekten, die in das Spiel von Gitarristen eingegangen sind, die u.a. in ihren Anfängen mit/durch Hendrix "gelernt" haben. Dabei spielt neben verbliebenen spieltechnischen Anleihen auch eine Rolle, dass die Kombination Single Coil Strat + 100 Watt Plexi (Marshall) bis heute soundprägend beibehalten wurde.

    Beispiel: Scott Henderson. Jahrgang 1954, frühe Einflüsse Hendrix, Jeff Beck - dann Jazz - Hendrix Einflüsse in Details bis heute erkennbar - einer der stilistisch modernsten und vielfältigsten Gitarristen unserer Zeit:



    Beispiele:

    Robin Trower - übernahm die Spielweise von Hendrix und macht seit 40 Jahren ohne covering eigenständige Songs damit:

     
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  16. waldru

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    Erstellt: 23.05.15   #36
    Das frühzeitige Ableben war für die Mythosbildung bestimmt nicht hinderlich, aber Hendrix war nicht nur ein großartiger Gitarrist sondern ja wohl unbestritten DER Wegweiser zum modernen E-Gitarrenspiel/Sound.

    @Senchay
    Danke für die Links, leider funzen die fast alle nicht :mad:
    --- Beiträge zusammengefasst, 23.05.15 ---
    Du darfst Rechtschreibfähler gern behalten
     
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  17. Senchay

    Senchay Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.15   #37
    Hmm .Was meinst du? Bei mir funktionieren da lle.
     
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  18. waldru

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    Erstellt: 23.05.15   #38
    Bei einigen sehe ich nur schwarze Kästen mit dem Text: "Entschuldigung, da ist etwas schiefgegangen ..."
    Vieleicht sind die irgendwie gesperrt?
     
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  19. egokenny

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    Erstellt: 23.05.15   #39
    Wenn Rechtschreibfehler sinnentstellend sind, dann gebe ich sie gerne zurück. Und das engl. Wort 'Threat' hat nunmal eine völlig andere Bedeutung als das Wort 'Thread' ;)
     
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  20. Plektomanic

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    Erstellt: 23.05.15   #40
    Ja , das mit dem Borderline Syndrom hört sich erschreckend an , das könnte in der Tat vieles erklären , intressante und nicht von der Hand zu weisende These , leider ..
    Das mit seinem Tod ist aber durchaus mittlerweile richtig gestellt , allgemein , Rotwein und Schlaftabletten und dann im schlaf erbrochen (was nat. verheerend ist)
    Verdammt schade um den Menschen und vor Allem Künstler , er hätte es Wirklich verdient alt und Berühmt zu werden ..
    Seine Musik wwerde ich IMMER Hochhalten !!
     
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