Nervendes Publikum während des Gigs

  • #41
Und ich habe mich immer gefragt, was sich Musiker während des spielens so zu erzählen haben. Man sieht es ja öfter.
 
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  • #42
Bei geschlossenen Veranstaltungen (Hochzeiten, Betriebsfeiern etc.) ist das in der Regel kein Problem, eher bei öffentlichen Veranstaltungen. Besonders bei Schützenfesten, wo der Alkoholpegel extrem ist.
 
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  • #43
Die Sache mit der Zettelbox oder Block finde ich im Prinzip nicht schlecht. Aber mit einer gewissen Abwandlung...

Man bereitet eine DIN A4 Tabelle vor, Oben trägt man den aktuellen Termin ein. In der eigentlichen Tabelle stehen links die Nummern , dann der gewünschte Titel, bitte in Blockschrift , und natürlich noch ein Feld für die Unterschrift des Wünschenden, und die Spendengebühr in 20€ Schritten. Meinetwegen noch die Telefonnummer für Rückfragen.
Nur, das Problem ist, dass der Zettel schon 3/4 ausgefüllt ist, mit unterschiedlichen Titeln von unterschiedlichen Leuten, mit hohen Spendenbeträgen.
Das hat die Band vor dem Auftritt natürlich selbst gefaked.;)

Wenn der Wünscher sieht, wie viele noch vor ihm dran sind, und was das kostet, und dass er auch noch seinen Namen draufschreiben soll, könnte das helfen?
 
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  • #44
Ich war glücklicherweise noch nie auf einem Schützenfest, wäre aber von einer Bühne ausgegangen. Wenn keine Bühne den Pöbel abhält, dann sollte eine vernünftige Absperrung da sein.

Die Alternative: Du findest raus, wo der Typ arbeitet, gehst hin, erklärst ihm seine Arbeit und fragst ihn dann, ob er das toll findet.
 
  • #45
Schon mal was von "Betrug" gehört. Auch das unbegründete (wie Du schreibst "gefakte") Motivieren oder Anstiften zu oder Erschleichen von Zahlungen fällt in diese Sparte ;) Kriminelle Energie sollte man im Zaum halten und schon gar keine Vorschläge in diese Richtung machen und gar öffentlich posten.
 
  • #46
Ums mal etwas ernster zu beantworten, wobei ich das mit den Gummitieren noch immer gut finde, alternativ könnte man auch Ohrstöpsel anbieten…

„Nicht mit dem Fahrer sprechen!“ Schild ist gut, aber alleine ab einem gewissem Alkoholpegel auch nicht mehr Hilfreich.
Ne Diskussion brauchst Du auch nicht beginnen. GEMA Anmeldung hin oder her, man will ja nur in Ruhe Musik machen und nicht anfangen zu erläutern. Käme eh nicht beim Gegenüber an.

Daher bleibt wohl nur dafür Sorge zu tragen, eine Art Absperrung zu schaffen.

Beim letzten Kneipengig mit ner Coverband habe ich z.B. Neon-Orangenes Gaffertape um und vor den Musiker-Bereich auf den Boden geklebt.
Und ein Hinweis, das nicht zu übertreten.

Hat gut funktioniert.

Stelle ggf. noch zusätzlich ein Mikrofon Stativ neben Dir auf, mit nem Schild dran. „Nicht stören! Ich arbeite hier!“ oder eben „Den Fahrer nicht ansprechen“. Diese Einbeinigen mit Gusseisernem Fuß. direkt auf Augenhöhe.
 
  • #47
Bei geschlossenen Veranstaltungen (Hochzeiten, Betriebsfeiern etc.) ist das in der Regel kein Problem, eher bei öffentlichen Veranstaltungen. Besonders bei Schützenfesten, wo der Alkoholpegel extrem ist.
Hmm,
da gibt es doch auch einen Veranstalter und gewiss doch auch eine Art "Security", also etwa die "Ordner-Schützen"?
Kann man das denn gar nicht mit dem Veranstalter absprechen, dass Gäste auf der Bühne (wegen Unfallgefahr und Gefahr, die Instrumente oder Anlage zu beschädigen) nix zu suchen haben, und von der "Security" von dort weg begleitet werden?

Gerade bei hohem Alk-Pegel kriegen es die Gäste ja selber gar nicht mehr mit, dass sie stören, und evtl. ist dann bei einigen auch ein gewisser Aggressionspegel vorhanden... was eine sinnvolle Kommunikation auch stark erschwert.

Die paar Mal, wo unsere Band auf Stadtfesten oder öffentlichen Vereinsfesten oder sowas gespielt hat, waren die Leute allerdings zivilisiert und blieben von der Bühne fern.

Ich erinnere mich noch an eine Kirmes, wo eine freundliche tanzbereite junge Dame in der Pause nach einem Titel die Band quasi vom Saal heraus zur Bühne hin frug, ob sie auch Rock'n'Roll könnten. Das finde ich ich vollkommen OK - sie ging ja nicht auf die Bühne, und sie frug bloß freundlich. Und verlangte auch nicht nach einem ganz speziellen Titel, und hat die kurze Pause nach einem Lied abgewartet.

Grüße
 
  • #48
Nach einem Titel zu fragen, ist doch vollkommen OK. Normalerweise machen das die Leute aber in der Pause, zur Not zwischen den Stücken.
Bei uns kommt auch ab und zu mal ein VA während des Stücks und sagt, dass es zB in 10 min eine Rede geben soll. Ich finde das unproblematisch, habe aber auch kein IEM. Und wenn ein Gast kommt und guckt und ich hab grade nur Begleitung, dann nicke ich ihm auch mal zu und dann kann man sich kurz austauschen. Es ist immer eine Frage, wie man miteinander umgeht; was @dr rollo beschrieb, ist schon etwas respektlos.
Nichtsdestotrotz ist man ja Dienstleister und ein bisschen auch für die gute Stimmung verantwortlich. Von daher ist es schon gut, sich vorher eine nette Variante zu überlegen, ohne dass man gleich die Security ruft ;)

Schon mal was von "Betrug" gehört.
Tatsächlich §263 StGB "Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt" ... Vermögensvorteil ...
Aber witzig finde ich die Idee schon. Es soll ja nur zur Abschreckung dienen, insofern wird kein Vermögensvorteil erzielt.
 
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  • #49
Nichtsdestotrotz ist man ja Dienstleister und ein bisschen auch für die gute Stimmung verantwortlich. Von daher ist es schon gut, sich vorher eine nette Variante zu überlegen, ohne dass man gleich die Security ruft ;)
Als Band sollte man keine "Security" rufen müssen, sondern die sollte selber von sich aus darauf achten.
Dann ist man nämlich als Band fein raus.
Aber das sollte man evtl. vorher mit dem Veranstalter absprechen, besonders wenn es so Alkohol-Feste sind.

Die freundliche tanzwütige Dame war ja vollkommen freundlich, und hatte bloß freundlich und von außerhalb der Bühne in kurzer Spielpause zwischen zwei Liedern gefragt.
Die Band konnte dann auch sogleich einen Rock'n'Roll aus dem Hut zaubern, um der Tanzstimmung zu entsprechen. Die Dame konnte eine Runde lang Rock'n'Roll tanzen, und alle waren zufrieden, fein.


Das ist ja kein Problem.
Problematisch ist es doch, wenn wie @dr_rollo beschrieb, etwa stark alkoholisierte taumelnde Gäste auf die Bühne kommen, keine Grenzen kennen, und die Musiker beim Spielen vollquatschen wollen.
Und dann womöglich stolpern und ins Schlagzeug fallen, oder sowas... Oder ihr Bier versehentlich über dem Keyboard umschütten... und dann ist die Show ja auch vorbei...

Und da sollte doch die "Security" von sich aus ein Auge drauf haben und von sich aus tätig werden.
Also, solche Gäste freundlich aber bestimmt von der Bühne weg begleiten, ihnen klarmachen, dass sie die Musiker bei Arbeit nicht stören können/dürfen, die Bühne "off-limits" für Gäste ist, und sie meinetwegen Musikwünsche über Zettel oder Anfragen in Spielpausen anbringen könnten.

Ich finde, bei solchen größeren Festen wie etwa Kirmes oder Schützenfesten, sollte der Veranstalter die Band nicht im Regen stehen lassen.
Sondern von sich aus zusehen, dass das Fest ohne Störungen durch über-alkoholisierte Gäste gut über die Runden geht.

Aber anscheinend ist das wohl heutzutage nicht mehr üblich...?

Grüße
 
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  • #50
Ich finde, die Welt sollte gut und trottelfrei sein (nicht auf Dich :prost: , sondern die "Fehlverhalter" bezogen!!!).

Aaach Mist, Gott hat ja nach 7 Schöpfungstagen aufgehört und die restlichen Aufgaben nicht mehr erledigt.

Es ies wia's ies.

Man könnte auch Schilder aufstellen mit
AB HIER GESUNDHEITSGEFAHR DURCH STROMSCHLÄGE
UND
HAFTUNGSRISIKO BIS 50.000 €​

Aber Leute, die davon beseelt sind, dass sie jetzt jemandem von der Band unbedingt etwas absolut Wichtiges mitteilen müssen, sind eh nicht in der Lage, solche Mitteilungen zu sehen, geschweige denn zu verstehen.

Auf öffentlichen Festen könnte man meine Idee, ab und zu eine Fragerunde nach Musikwünschen zu veranstalten, noch damit garnieren, dass der Wunsch mit dem meisten Applaus ein Freibier (auf Kosten des Veranstalters) bekommt. Dann verliert jeder, der dazwischen daherkommt, diese Chance.

Man, bin ich froh, dass ich nicht (dem Wunsch und der Vorstellung meines Vaters folgend) in diese Richtung gegangen bin:
Hochachtung vor Euch Kollegen, die Ihr diesen Knochenjob macht :hat::prost:
 
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  • #51
Hochachtung vor Euch Kollegen, die Ihr diesen Knochenjob macht :hat::prost:
Ja, es ist manchmal ein Knochenjob, alleine schon, weil man sich Nächte um die Ohren schlägt, und im Verhältnis zu anderen Gigs, Spielzeiten von mindestens 6h absolviert, dabei die ganze Zeit mehr oder weniger auf den Beinen ist. Bei uns ist es sogar so, dass wir den kompletten Aufbau von PA und Licht selber machen. Ich mach das in der Form seit meinem 17. Lebensjahr, bin mittlerweile 62, also schon seit 45 Jahren. Wir spielen zwar nur noch ca. 15 Gigs im Jahr und nicht wie früher bis zu 150, aber am Ablauf hat sich so viel nicht geändert. Und Spaß macht es noch, sonst würde ich es nicht mehr machen, abgesehen davon, dass es auch die Art von Musik ist, wo wenigstens immer noch ein paar Euros verdient wird.
Für die, die das nicht kennen, mal kurz umrissen, wie so ein Gig abläuft, Beispiel für ein typisches Schützenfest, das um 20:00 starten soll und eine Stunde Anfahrtzeit benötigt:
  • 16:30 Auto einladen
  • 17:00 Abfahrt
  • 18:00 Ausladen und Aufbauen
  • 19:30 umziehen, Kleinigkeit essen
  • 20:00 Showbeginn
    • Begrüßung
    • Ehrentänze
    • Party Start
  • 3:00 Ende, Abbau, Einladen
  • 4:00 Abfahrt
  • 5:00 back home
Zumindest sind wir was Ab- und Aufbau angeht sehr gut organisiert und strukturiert. Wenn ich das mit Gigs von anderen Bands vergleiche, wo es um Spielzeiten von 1-2 h geht, und deutlich weniger Equipment auf- und abzubauen ist. Wenn da um 20:00 Showbeginn ist, laufen wir teilweise bereits um 16:00 auf, vor allem, wenn noch weitere Bands am Start sind, und diverse Soundchecks stattfinden müssen. Vor 23:00 sind wir dort auch oft nicht mit dem Abbau im Gange, und es ist dann auch oft 1:00 bis ich zu Hause bin, mit dem Unterschied, dass dort nur ein Bruchteil der Gage fließt.
Aber wir reden hier nicht von Profis, die von der Musik leben müssen, sondern wir machen das alles aus Lsut, Laune und Spaß.
 
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  • #52
Ich dachte, das mit dem Busfahrerschild wäre ein gute Lösung. Aber bei der Suche nach einer schönen Vorlage bin ich darauf gestoßen:

:nix:

1780995200386.webp


Gruß,
glombi
 
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  • #53
Wie macht die Security das eigentlich? Kann man deren Deeskalationstaktiken nicht auch verwenden?
 
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  • #54
Und Spaß macht es noch, sonst würde ich es nicht mehr machen, abgesehen davon, dass es auch die Art von Musik ist, wo wenigstens immer noch ein paar Euros verdient wird.
Ja Spaß macht es und muss es auch machen, sonst sollte man es lassen.
Und ich kenne das alles. Da denke ich mir schon dass NICHT die Musiker den Knochenjob haben. Die Leute die hinter der Theke stehen (bei Schützenfest sind das keine Profis, sondern Leute die damit nen Nebenverdienst haben), für die ist das mehr Knochenjob, auch wenn die keine Maßkrüge stemmen müssen. Aber die müssen schon ranklotzen, sind ebenfalls die ganze Zeit da, und im Gegensatz zu den Musikern ist es sehr selten dass die Applaus bekommen oder ähnliche Anerkennung.
 
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  • #55
Ich denke „Professionalität“ ist da die beste Wahl. Immer freundlichst abwimmeln, auch wenn man genervt ist. Da fällt mir kein Zacken aus der Krone, Idioten ein Lächeln zu schenken, aber leider auf deren Meinung, Wunsch, Befindlichkeit dann auch nicht weiter einzugehen.
 
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  • #56
Da fällt mir kein Zacken aus der Krone, Idioten ein Lächeln zu schenken
Mir fällt das sehr schwer. Ich bin ein schlechter Heuchler, ein künstliches Lächeln würde man mir sofort ansehen.
 
  • #57
Ich bin ein schlechter Heuchler, ein künstliches Lächeln würde man mir sofort ansehen.
Das ist für mich nur eine Frage des Mindset: Ich habe lange Judo trainiert: Nachgeben um zu Siegen. Das hat dann mit Heuchelei nicht zu tun sondern ist der einfachste Weg, das Problem zu lösen.

Der Polizist, der mich von oben herab anmacht, „macht auch nur seinen überaus wichtigen Job“.
Der cholerische Chef, „hat eine profunde Meinung“.
Der betrunkene Ärgermacher, „kann gerne vor“
…

Es ist in der Regel, der viel einfachere Weg, den Ich ganz bewusst wähle.
 
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  • #58
Nachdem gefragt wurde, wie Profis das machen...
Selbst erlebt, vor vielen, vielen Jahren, als Gast in einer Kneipe in New Orleans... der Alkohol floss in Strömen:
Ein besoffener Ami (stellt ihn euch einfach klischeehaft vor, dick, schwitzend, schwankend) erklimmt die Bühne und meint jetzt auch mitspielen zu müssen. Der Gitarrist 'ok, wir spielen zusammen'... Der Gitarrist spielt die Linke Hand, Tapping, Griffe. Der Besoffene darf so ein bisschen auf den Saiten mitschrummeln. Es war gigantisch. Na gut, das war auf einem anderen Level.
:m_git1:
 
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  • #59
Ich finde es auch nicht sinnvoll jemandem, der den Arbeitsbereich einer Band betritt und Musiker bei ihrer (zeitkritischen) Arbeit zu unterbrechen versucht, durch ein Lächeln zu suggerieren, er sei willkommen. Das ermutigt ihn nur sowas in Zukunft auch zu machen.

Im Grunde, sehe Ich den Veranstalter in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass das nicht vorkommt. Ansonsten, immer Absperrband - im Idealfall mit dem Bandlogo bedruckt - und ein paar zusätzliche Mikro-, Noten oder Wasauchimmerständer dabeizuhaben schadet nicht.
 
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  • #60
Und der Ami erzählt vielleicht heute noch, wie geil das war! Ziel erreicht.
Ist doch super, ich finds klasse. Man muß sich halt leider bis zu einem gewissen Grad "prostituieren".
Muß man in anderen Berufen auch.

Ich denke nicht, daß die Sprechstundenhilfe am Tresen ihre Freundlichkeit wirklich so meint, das ist halt professionell.
Oder alle, die im Verkauf tätig sind.
Aus meiner Branche: Grafiker. Boah was muß man da an sich halten, um freundlich zu bleiben, wenn der Kunde die 10. Änderung verlangt, die alles nur noch schlimmer macht.
Ist so. Augen zu und durch und dem Kunden ein maximal gutes Erlebnis bieten.
 
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