PA-Stammtisch

Du meinst, durch die Absorption des Publikums sinkt mein gemessener Pegel? Im Grunde stimme ich dir zu, aber gilt das auch, wenn ich am lautesten für das Publikum zugänglichen Stelle messen? Konkret, ich messe in der ersten Reihe, wo es eine direkte Line-of-Sight-Verbindung zwischen Lautsprecher und Gast gibt, die auch im Betrieb so weiter existiert.
Nachmessen ist von daher schwierig, dass ich mich kaum mit Stativ und Mikro bei Betrieb ins Publikum stellen kann.
Ich weiß, dass es die Methode gibt, an 2 Stellen zu messen: Einmal an der lautesten und dann an einer leicht zugänglichen. Über das Delta hat man dann wieder eine aussagekräftige Messung. Aber verändern sich beide Stellen identisch durchs Publikum? Ich habe da meine Zweifel.
 
Du meinst, durch die Absorption des Publikums sinkt mein gemessener Pegel?
Nicht nur der gemessene, auch real wird Schallenergie "geschluckt". Und ja, das gilt auch dort, wo es eine direkte Sichtverbindung gibt, denn: in der leeren Halle misst du dort die Überlagerung des Direktschalls plus jeder Menge Reflexionen. Mit Publikum misst du nur noch den Direktschall. Wieviel der Unterschied ist, hängt von der Halle ab...

Aber verändern sich beide Stellen identisch durchs Publikum? Ich habe da meine Zweifel.
Nein, ganz exakt sicher nicht. Trotzdem lässt sich mit etwas Erfahrung sicher entweder die Publikumsdämpfung oder der Unterschied von einem Ort zum anderen auch abschätzen. Das Ordnungsamt misst ja auch nicht dort, wo du nicht hinkommst, sondern letztlich auch woanders.
Für die Kontrolle während der VA muss es ja auch kein volles Messsystem sein, da tut es auch eine "Handgurke".
 
Für die Kontrolle während der VA muss es ja auch kein volles Messsystem sein, da tut es auch eine "Handgurke".
Hab meist nur ne handgurke .. da ich einfach noch nicht so tief bewandert bin in der sache Schallpegelmessung ..
bei uns im laden wars zb so samstag , soundcheck leerer Raum waren so 103dB A Fast peak am FOH .. wärend der VA mit vollem haus warens grade nur noch 99dB a mit seltens peaks auf 101dB a

Kenne auch viele Venues die Messungen machen und sagen " schau das du bei gut besuchten Haus diese Pegel hältst und halt dich nicht mit dem leeren Raum auf" im schnitt sind es 2-3 dB die dann geschluckt werden so ist meine erfahrung
aber wie gesagt bin mich da erst am reinlernen da wir nun bei uns im neuen Laden gewisse Regeln einhalten müssen ( nachbarn "nebenann" :D )
 
Danke für die interessanten Einschätzungen, da muss ich mein Vorgehen wohl etwas anpassen.
Habt ihr eine Empfehlung für eine Handgurke?
Oder ich muss mal schauen, ob ich auf Arbeit Messequipment ausleihen kann, um das Messsystem mal komplett zu kalibrieren. Bisher verlasse ich mich bei Eingangsempfindlichkeit und Mikrofonverstärkung auf die Datenblattangaben.
 
Bisher verlasse ich mich bei Eingangsempfindlichkeit und Mikrofonverstärkung auf die Datenblattangaben
Da bist du im Zweifel wahrscheinlich sogar mit der billigsten Gurke vom Elektronik-Discounter oder der Handy-App genauer. Im Zweifel kannst du mit so einer Handy-App zumindest die RELATIVE Entwicklung des Pegels im Auge behalten. Also so ungefähr: kalibriert gemessen leere Halle X dB, mit Handy Y dB und bei voller Halle am gleichen Ort Z dB. Dann einfacher "Dreisatz" (in dB allerdings). Das ist zwar nicht gerichtsfest und nicht beliebig genau, aber um die Publikumsdämpfung abzuschätzen, reichts.
Wenn da wirklich einer mit einem geeichten Gerät rumläuft und wegen 1 oder 2dB Aufstand macht, kann man ja immer noch kooperativ sein und sofort reagieren.

Dass du für eine Pegelmessung (Diffusfeld) ggf. ohnehin ein anderes Mikro (oder zumindest eine andere Entzerrung) brauchst als für die Freifeldmessung zum Entzerren der Anlage, ist dir bekannt?
 
Am Wochenende geile Nummer gesehen leider kein Bild gemacht.
Kleines Zelt da es ja ein wenig geregnet hat in unserer Gegend .
775 Jahrfeier Bands im Zelt aufgetreten.
Der örtliche Elektrobetrieb war der Meinung wenn man sich einen Mixer und ein paar Boxen zulegt so kann man mal
auf die Schnelle so einige Veranstaltungen abdecken.
3 passive Behringer Tops der günstigen Liga übereinander gestellt daneben lagen dann die Monstersubs vom T-Man.
Ich habe nur kurz angemerkt das man das so nicht machen sollte und 3 grotten Boxen trotz allem keine gute Box ergibt.
Aber jeder wie er will.
 
Mein Chef ist auch der Meinung, mit einer 30 Jahren alten Ela, genauso alten Mikros und Funklinien im verbotenen Bereich was machen zu können. Zwar sennheiser, aber trotzdem.

Hab es mal angemerkt, aber "so selten wie wir das nutzen geht das schon..."

...:nix:
 
Kommt immer darauf an. Wir haben nun in feine neue LS investiert und diese direkt mit unseren so um die 30 Jahre alten schwarzen Kisten verglichen. Da hörst man klanglich nicht wirklich einen Unterschied. Zur Ehrenrettung der neuen: Das sind 10"/1.4" und die alten sind 15"/1". Es ist erstaunlich was aus den kleinen Dingern raus kommt.

Auch ein altes Mikro muss nicht schlecht sein. Wie alt wird ein SM58 im Durchschnitt?

Beim Funk kann es auch - wieder erwarten - so sein, dass die eine oder andere alte VHF Strecke nun wieder reaktiviert werden kann und diese auch legal und gar gebührenfrei betrieben werden darf.

Sofern das Material also noch ordnungsgemäß und zufriedenstellend arbeitet, so what.

Allerdings ist die Nummer mit den Ohringerboxen bei der 775 Jahrfeier eine andere Nummer und dennoch wird es hinterher heißen: Es hat doch alles prima funktioniert. Solange das Budget für die VA Technik bei solchen Festchen und durch die Verantworlichen immer wieder gegen Null gefahren, die Qualität des Bieres und der Currywurst signifikant wichtiger ist, solange wird dies auch bei solchen VA's immer wieder gemacht, denn es hat ja irgendwie funnktioniert. You get what you pay.
 
...und gegen 30 Jahre alte ELA ist ja nun per se nichts einzuwenden (zumindest, solange man noch gesunde Bandscheiben hat :D )
87_4waytriampsystem-small.jpg


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Damals hatten zumindest die Tiefmitten noch richtig Eier ;) Heute passiert ja um die 300Hz nichts mehr (es sei denn, der Gitarrist reißt seine 4x12 auf der Bühne voll auf)...
 
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Damals hatten zumindest die Tiefmitten noch richtig Eier ;) Heute passiert ja um die 300Hz nichts mehr (es sei denn, der Gitarrist reißt seine 4x12 auf der Bühne voll auf)...

ist mir gefühlt auch schonmal aufgefallen. Woran liegt das denn potentiell?
 
Weil es nur noch Linearrays gibt - bzw. meistens viel zu kleine Systeme aus Komponenten, die eigentlich für Linearrays gedacht sind. Da sind in den "Bananen" oft nur 8", max. 10" drin, die Arrays sind gerade mal einen Meter lang, und unten drunter stehen Doppel18er oder gar Bandpässe, die nur "Bummm" machen. Einen definierten Tiefmittenbereich schafft man so nicht. Nur Disco-Badewanne, aber das reicht den meisten...

PS: den "schöneren" Frequenzgang bzw. den Druck in den Tiefmitten hat man sich damals mit Hornsystemen erkaufen müssen oder in kleiner dann halt mit Mehrwegeboxen - leider sehr kompliziert in der Richtwirkung, ziemlich bescheiden im Gesamtklang und vor allem als Punktquellen fürchterlich laut vorne, wenn man hinten noch was hören wollte. Mit heutigen Lärmschutzbestimmungen kaum zu vereinbaren...
 
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Hier was für's Kuriositätenkabinett (auf dem Stadtfest gesehen): Viel hilft viel ;)

Suchbild.jpg


Preisfrage: wieviele Boxen sind hier zu sehen?

Eine Mischung aus EV, Behringer und -man höre und staune- Fohhn

Erstaunlicherweise kam da sogar brauchbarer Sound raus (Ich hätte das nicht mischen wollen). Die Lautstärke war angemessen und man konnte tatsächlich differenziert Einzelheiten der Musik vernehmen.
 
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Irgendwie so. Ich glaube, da waren immer Kleingruppen auf so einem Boxenpaar oder einer Box. Und die haben sich selber die Lautstärke für ihre eigenen Instrumente eingestellt. Also eher verteilte Backline als PA. Ich fand es trotzdem kurios.
 
Hallo zusammen,

ich suche eine einfache kleine Case, Tasche etc. Lösung um meine Headsets separat ohne Rack und Schublade zu transportieren.
Kennt ihr etwas brauchbares?
Beim damaligen kauf war es ein passender kleiner Karton. Den gibt es leider nicht mehr - sowas nur in robust für den Transport im Rucksack etc. wäre optimal.

Besten Dank
 
Peli Cases gibt es in allen denkbaren und undenkbaren Größen: www.pelishop.de

Sind nicht geschenkt, aber für teure, empfindliche kleine Dinge ideal...
 
Neulich machte ich die Technik für eine meiner Stammbands. Saal war nicht soo groß, für ca 100 Leute bestuhlt. Daher hatte ich zwei QSC K8, zwei Subs (genaueres weiter unten) im Centercluster, vier dB Flexsys FM12 und ein Mackie SRM 450 als Monitore und das ganze gesteuert über ein GLD80. Instrumentierung mit Drums, E-Bass bzw Kontrabass, Gitarre, Akkordeon, Keyboard und Trompete. Dazu vier mal Gesang.
Diese Veranstaltung brachte mir zweierlei bemerkenswerte Erkenntnisse.
1) der eingesetzte Sub ist ein Hammer. Es waren zwei FBT Vertus. Die Dinger geben so richtig schön Gas. Letztendlich war dann einer abgedreht und der zweite lief mit Regler auf 9 Uhr. Das reichte dort locker. Ich muss dazu sagen, dass der Raum ganz gut akustisch bearbeitet wurde. Einzig bei ca 110 Hz hatte er ein Problem. Ich denke ich werde die Subs mal mit meinen K12 checken wenns mal etwas mehr Raum zu beschallen gibt.
2) Entgegen der derzeit geläufigen Meinung ist das SM58 nach wie vor ein hervorragendes Gesangsmikrofon im Livebetrieb. Die Band sang oft im Satz und Textverständlichkeit so wie klangliche Ausgewogenheit aller vier Sänger war oberstes Gebot. Daneben sollte die Instrumentierung trotzdem noch genug Pfeffer haben. Daneben war das gute Monitoring Pflicht(ok wann ist es das nicht?). Meine Equing der Gesangsmikros beschränkte sich auf LowCuts bei 100 Hz bei allen und etwas Absenken der ganz tiefen Mitten beim Hauptmikro (der hat etwas vom Ivan Reproff in seiner Stimmfarbe;-)). Bis auf die abgesenkten 110 Hzwaren auch die Ausgänge flat. Ich hatte auch noch Sennheiser Funkstrecken, EW300 G2, für eine andere Anwendung mit. Da war auch ein Handsender mit einer 835er Kapsel. An sich geht das auch recht gut. Letztendlich war aber das SM58 der Favorit. Naja. Was will man mehr. Kein Stress kein herumgekurbel am EQ und alle waren angetan ob des guten Sounds vor und auf der Bühne. Passt.
 
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Entgegen der derzeit geläufigen Meinung ist das SM58 nach wie vor ein hervorragendes Gesangsmikrofon im Livebetrieb.
Sehe ich ähnlich. Es gibt fast für jede Stimme ein besser geeignetes Mikro - aber wenige, die so oft eine gute Wahl sind. Ich rate meistens ab, wenn jemand für sich selbst sein persönliches Gesangsmikro kaufen möchte und das SM58 in die Hand nimmt - da ist es nur gaaanz selten mal zufällig wirklich optimal passend. Aber im Verleih oder generell als Mikro für verschiedene Sänger? Geradezu ein Muss für den Koffer, immer noch. Viele Sänger kommen halt auch gut damit zurecht - vielleicht auch, weil sie das schon oft vor der Nase hatten...
 
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