PA-Stammtisch

Ach, das alte Argument bezüglich "von der Pike auf lernen", "das wurde ja immer so gemacht" und "wie sollen die Leute sonst die Grundlagen erlernen?". Nur weil dein Prof nicht einsehen wollte, dass die Zeiten sich ändern und Wissen zu vermitteln nichts mit dem zu tun hat womit du eine bestimmte Sache machst (da hat der wohl den Schritt in die Neuzeit nicht geschafft)
Und ob Kinder mit einem Stift und Papier noch etwas zustande bringen oder nicht hat nichts damit zu tun wie erfolgreich sie das aktuelle Leben meistern werden. Kein Mensch lernt mehr mit Gänsefeder oder Hammer und Meißel seine Schriftstücke zu verfassen. Hättest du vor 150-300 Jahren gelebt, dann hättest du wohl auch gesagt dass man mit Bleistift und Füllfeder nicht richtig schreiben lernen kann. Da brauchts eben den Gänsekiel, sonst lernst du es nicht richtig. Basta.
Diese Idee, dass man mit einem aktuellen digitalen Mischpult nicht vernünftig die nötigen Kenntnisse für den Job als Tontechniker erlernen kann haben doch nur die Leute die damals keine Wahl gehabt haben und auf den analogen Schlachtschiffen lernen mussten, weil die Alternative fehlte. Ich wage sogar zu behaupten, dass es für die neue Generation der heranreifenden Tontechniker besser wäre, wenn die aktuellen digitalen Pulte nicht die analogen Layouts nachbilden versucht. Da gäbe es sicher da oder dort Verbesserungsansätze wenn man sich von dieser Metapher lösen würde. Die Schreibtisch Metapher von den Betriebsystemen verstehen auch die meisten jungen leute nicht mehr so wirklich.
Ich weiß wir sind inzwischen etwas weg vom Thema "Bilder eurer FOH Arbeitsplätze", aber ich denke doch dass man als "alter weißer Tontechniker" nicht mehr so genau sagen kann was besser für die jungen, aufstrebenden Nachfolger sein könnte. Und "das haben wir immer so gelernt" ist einfach überholt. Finde ich.
Denkt man dein Statement voll bis zu ende durch, dann wird der arme Jungtechniker Generation 2015+ whatever verdammt ratlos da stehen, wenn man ihm auf einmal eine analoge Konsole alla A&H Wizard voll mit Knöppen und Fadern an die Hand gibt. Da ist dann nix mit Wischi-Waschi und Mäusekino kucken.
Ja und, ich kenne alte Techniker die selbst mit Pulten, die wir für nahe an der analogen Welt sehen (das alte StudioLive, die QU von A&H oder das Si Depression) hoffnungslos überfordert sind. So wird es wohl langfristig zu einem Generationswechsel kommen und die, die mal eine Pferdekutsche lenken konnten, werden dann nicht mehr gebraucht, weil die die das nicht mehr können, eh mit dem Auto unterwegs sind. "The times they are a-changing"
 
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Ja und, ich kenne alte Techniker die selbst mit Pulten, die wir für nahe an der analogen Welt sehen (das alte StudioLive, die QU von A&H oder das Si Depression) hoffnungslos überfordert sind.
Einer der Gründe wieso neben der Midas ne SiEx2 im Club noch steht ... er kommt mit der Midas nicht zurecht und wir haben hier und da fremdtechniker die ne SiEx vorziehen



edit:

aber tendenziell stimme ich da zu, früher muss nicht unbedingt besser gewesen sein.
Hab selber noch auf Analogpulten mitgelernt und ich vermisse sie ganz und gar nicht mehr.
Gegenteil bin froh was nun möglich ist im digitalen.

Und durch die zunehmende Möglichkeit günstig an Digitalpulte zu kommen werden die Analogkisten auch immer weniger.
kenne auch kaum noch bands die mit festen FOhler unterwegs sind der das Hauspult nimmt, weil eigenes Pult einfach meist im fertigen system mit anderen fixer ist, wieso sich da noch groß mit alter Technik beschäftigen.
 
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Rockopa
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Moin,
jetzt beruhigt euch doch mal wieder. War doch alles gut bei der Arbeit mit dem Dynacord, ich hätte es gerne etwas bequemer gehabt, und mehr Reserven bevor es koppelt. Und die 8 verschiedenen Benutzer auf 2 der vorhandenen Mikros etwas bequemer mit einem dezenten Kompressor zwischen Elfe und Brummbär eingegrenzt. So mußt ich das halt von Hand machen, was nach 3 Wechseln dann auch einigermassen von der Hand ging. Einen Kanal dann auch mal von der Bühne zu muten oder zu aktivieren, hätte mir auch Wege erspart. Deswegen wäre mir ein Digitalpult mit den Extras ganz recht gewesen. Gebraucht, nee, gebraucht hätte man das nicht.
Das Publikum hat von Anfang an an den richtigen Stellen gelacht + geklatscht und hatte einen Durchschnitt von >68 Jahren, da kann die Sprachverständlichkeit nicht sooo schlecht gewesen sein.
Komisch, über das erste Pult sagt keiner was. Dabei war dort der Sound deutlich schlechter...

Und wann ist die Lernphase auf analog Pulten eigentlich vorbei? So nebenbei bediene ich analoge Pulte zwar selten, aber jetzt schon länger. Damals hatte sogar Yamaha noch kein digitales im Angebot...

Ciao
Monkey

P.S.: Habe nochmal nachgezählt, tatsächlich 32 Bänder auf dem EQ Nachbau. Doch eine schlechte Kopie gekauft... :eek2:
P.P.S.: Der einzige per Gesellenbrief legitimierte Veranstaltungstechniker der Familie hat ausschließlich auf Digitalpulten gelernt. Und macht seinen Job richtig gut! Der schaut ganz komisch angewidert bei dem Wort Analog Pult und Siderack... Das ist jetzt 6 Jahre her...
 
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Niemand behauptet, dass man nicht auch auf digitalen Konsolen das Handwerk lernen kann, sofern dies didaktisch und methodisch aufgearbeitet ist. Der Workflow ist an einer Digitalkonsole anders, da es deutlich weniger Bedienelemente bei gleichzeitig erhöhten Manipulationsmöglichkeiten gibt, jedoch ANALOG zu den Analogkonsolen. ;)
Bei vielen Digitalkonsole hat man den Luxus am Eingang zu Routen/Patchen. Das ist schon schick, wenn sich jemand mal verstöpselt hat. Dann alles analog - analog: Phantomspeisung falls nötig, Eingangspegel aufholen und anpassen am Gain, Hochpass setzen und evtl. Phase anpassen, Routing. Kennen wir alles. Bei einer Analogkonsole entsprechender Bauart bedarf es halt recht langer Arme manchmal, ala Series 5 im 56er Rahmen oder ne XL3 / 4. Nachteil bei der Sache ist, dass man jeden Kanal oftmals einzeln Aufrufen muss. Bei einer Analogkonsole kann ich zeitgleich an mehreren Kanälen arbeiten und damit auch schneller ineinandergreifende Parameter zwischen den Kanälen anpassen. Einfaches Beispiel: Verdeckungseffekt. Gerade das Übersprechen lässt sich wunderbar mittels Verdeckunsgeffekte kaschieren, doch dazu sollte man zeitgleich Zugriff auf die entsprechenden Kanäle haben, um eben z.B. mit dem Gain innerhalb gewisser Grenzen einen Rahmen einzugrenzen. Ebenso hilfreich bei Phasenanpassungen.
Das eigentliche Problem fängt dann beim Filtern an. Ich beobachte immer mal wieder, dass eben nach Mäusekino gefiltert wird und nicht nach Gehör. So etwas ist methodisch einfach falsch und eben hier fängt die Krux an. Doch genau mit den Filtern muss der Techniker Unzulänglichkeiten der Quelle und der Lautsprecher ausbügeln, sofern Quelle und Lautsprecher inkl. Systemanpassung schon optimiert wurde. Da ist das Gehör das primäre Maß und nicht die hübsche Grafik auf dem Bildschirm. Die interessiert überhaupt gar nie nicht. Dasselbe gilt dann auch für die EQs in den Ausgängen.
Ohne Frage sind die manipulativen Möglichkeit in Bezug auf Routing und Patching bei einer Digitalkonsolen hervorstechenden und dies begrüße auch ich, ebenso wie Fadergruppen. Auch die "Ansicht" der Ausspielwege über die Fader ist eine zielführende Arbeitserleichterung. Monitoring vom FoH bei einer vollbelegeten 56er Analogkonsole ist dann im Vergleich Chaos und Stress pur.
Kontraproduktiv ist die oben genannte Manigfaltigkeit wegen der daraus entstehenden Komplexizität und daraus resultierenden Fehlerquellen. Man kann sich deutlich schneller eine Feedbackschleife auf einer Digitalkonsole basteln und dann viel Spaß beim Suchen. Gravierender allerdings ist, dass sich der geneigte Nutzer viel schneller in nicht relevante Spielereien verliert, als das essentiell wichtige im Blick zu haben. Das ist das was ich auch immer wieder mal beobachte. Da wird dann an allem möglichen rumgefrickelt und Dynamics bis zum Abwinken gesetzt statt einfach das Gain zu rejustieren oder mal beherzt einen Filter zu setzen und diesen durchzusweepen, wenn man nicht gar per Gehör den Bereich eingrenzen kann. Da wird dann maßgeblich auf dem Mäusekino mittels sinnlos zappelnder RTA Grafiken endlos versucht das zu beheben, was letztendlich nach oben beschriebener Maßnahmenprüfung innerhalb weniger als 30 Sekunden lösbar ist.

Die weitere Bearbeitung mit Dynamics und FX ist letztendlich nur noch Beiwerk, denn wenn es an der Basis nicht stimmt, sprich Schallwandler und deren Aufstellung/Ausrichtung, Systemeinstellung und Grundeinstellung am Pult, lässt sich damit gar nix retten, eher nur noch verschlimmern.

Daher
mehr Reserven bevor es koppelt.
erhält man nicht durch den Einsatz von Spielkram sondern durch grundsolide Basiseinstellung und dies ist mit JEDEM Pult machbar, sofern es eine halbwegs taugliche Qualität hat. Durch Feinanpassung erhält man in der Regel < 1,5 dB GbF. Also immer erst prüfen, ob die Rahmenbedingungen passen.

Und wann ist die Lernphase auf (...) eigentlich vorbei?
Erweitere die Frage, dann lautet die Antwort niemals. Das Leben ist ein ständiges Lernen. Wenn man aufhört zu lernen bzw. der Meinung ist, dass man nun alles gelernt hat, dann heißt das nur, dass man auf sehr vieles verzichten wird.

Komisch, über das erste Pult sagt keiner was.
Weswegen sollte man über den Nachbau eines Nachbaus diskutieren?
Doch auch damit lässt sich Arbeiten und bei entsprechend fachkundiger Bedienung kommt da auch, den Rahmebedingungen entsprechend, ein akzeptables Ergebnis heraus, sofern dies nicht ein vollständiger Rauschgenerator ist. Die Kiste hat ja gar ein semipara. Mittenband, was will man mehr?
 
Ja und, ich kenne alte Techniker die selbst mit Pulten, die wir für nahe an der analogen Welt sehen (das alte StudioLive, die QU von A&H oder das Si Depression) hoffnungslos überfordert sind.

Das erscheint mir logisch. Man kann ja Mischen auf zwei Arten angehen.

Für die meisten von uns naheliegend: Ich verstehe was ein EQ ist und macht und tut und dass ich den mit diesen 2 bis 3 Reglern (Analogpult) steuern kann, ah und jetzt digital geht die Steuerung (etwas) anders, aber es ist halt immer noch ein EQ.

Es gibt aber auch die kleinere, oft ältere Fraktion „Wenn's dumpf klingt, dreh ich den oberen Knopf auf”, „bei Feedback immer erstmal den Gain runter”, usw. usf. – die haben quasi nur das User Interface gelernt, nicht die Funktion dahinter. Tauscht man ihnen das User Interface aus, sind sie in Schwierigkeiten.

Also quasi diejenigen, die bei der Gitarre nach Tabs spielen, ohne die Zusammenhänge zwischen den Tönen irgendwie zu verstehen – und wenn sie was transponieren müssen, sofort im Sack sind. Nur halt am Mischpult.
 
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die haben quasi nur das User Interface gelernt, nicht die Funktion dahinter.
(y)
Dasselbe eben auch von der anderen Zeitachse her, dass wenn man der jüngere Generation das Wischbrett wegnimmt und sie vor eine Analogkonsole stellt ein ganzer Haufen Fragezeichen über dem Kopf auftauchen.
Und ja, es gibt halt noch Analogpulte und wird es auch weiterhin geben, ebenso wie es an manchen Orten auf dieser Welt noch Wählscheibentelefone gibt oder gar welche mit Handkurbel.
In irgendeiner Jugendherberge hielt der Betreiber noch ein solches Telefon vor, warum auch immer. Die Kids standen verwundert davor und rätselten wie man damit denn telefonieren soll, da es weder ein Display noch Tasten gab. Kein Witz und das ist jetzt gar nicht mal so lange her, ich meine 6 Jahre.

Ist doch dasselbe mit den modernen Fahrzeugen. Der junge Mechatroniker kennt nur sein Diagnosetool auf welches man sich blind verlässt. Fehlerspeicher auslesen, aha, Lambdasonde fehler also tauschen. Oh geht immer noch nicht. Fehlerspeicher, aha Lambdasonde fehler -> tauschen.... endlosschleife, nur durch massiven Reset zu unterbrechen.
Der alte KFZ Mechaniker schaut da ganz anders hin und weiß recht schnell was das sein könnte ganz ohne Diagnosetool.
Hatte selbst so etwas. Fahrzeug des nachts auf der Autobahn, noch 150 km bis Ziel ohne Leistung, Notprogramm. Nach Neustart lief die Kiste bis dann wieder massiver Leistungsabfall und Notprogramm. Allgemeiner Fehler.
Zertifizierte und mehrfach ausgezeichnete Fachwerkstatt mit Personal welche Schulungen von A bis Z haben blablabla angesteuert. Hatten auch Notdienst. Genau dasselbe Spielchen. Diagnosetool dran, Standardprogram blind durchgespielt, Softwareupdate. Wäre wohl die Software gewesen, Kosten 380 € damals. Auf der Heimfahrt dann nach ein paar km wieder dasselbe, Leistungsverlust und Notprogramm.
Zur Stammwerkstatt am nächsten Tag. Mechaniker (ein doch recht junger) machte erst mal eine Probefahrt auf dem Hof, fuhr dann in die Halle, Motorhaube direkt auf, fasst an drei Schläuche, riss einen davon Weg, schlapperte nach hinten, steckte den neuen Schlauch drauf, fertig. Kosten: 10 € Kaffeekasse. Läuft.
Noch Fragen Kienzle?

Möchte damit sagen: Es kommt oftmals weniger auf das Werkzeug selbst an, als auf die Person welche es bedient und benutzt. Und ohne KnowHow: A fool with a tool is still a fool.
Wenn die Basis fehlt, dann ist eben Schicht. Basiswissen aufbauen funktioniert eben grundsätzlich vom einfachen zum komplexen und allgemeinen und je übersichtlicher eine Sache ist, desto einfacher und schneller lässt es sich begreifen. Daher ist so eine olle Analogkonsole prinzipiell das einfacherer Objekt am Anfang als eine komplexe Digitalkonsole, welche allerdings in jedem Fall auch eingebunden werden muss, denn das ist mittlerweile unser Tool in der Praxis.
 
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Das eigentliche Problem fängt dann beim Filtern an. Ich beobachte immer mal wieder, dass eben nach Mäusekino gefiltert wird und nicht nach Gehör. So etwas ist methodisch einfach falsch und eben hier fängt die Krux an.
Etwas das man so bei den analogen wie digitalen Konsolen sieht. Ich habs nur zu oft erlebt wenn ein Fremdtechniker daher gekommen ist und erst mal, egal auf welchem Pult, den EQ der Stimme/der Kick/Whatever "richtig" eingestellt hat, so Pi mal Auge, ohne jemals einen Ton von der Signalquelle gehört zu haben. Das finde ich genau so unbrauchbar wie die Variante, dass einer gefühlt 18 Stunden den EQ der Kick einstellt, ohne vorher mal die Band als solches gehört zu haben. Auch so eine Unart. Aber das hat nichts damit zu tun welchen EQ man hat und wie gut der ausgestatet ist. Das machen die Leute bei einem analogen Dreiband-EQ mit durchstimmbaren Mitten genauso wie bei einem 8-Band vollparametrischen EQ.
Neulich beobachtete ich einen Fremdtechniker, der den Backliner auf dem Flügel alle Töne durchspielen ließ um den Filter am Pult einzustellen. Der hat die ganze Zeit recht wild rumgeschraubt, aber so wirklich gut war es am Ende nicht. Und das lag da weder am Raum noch am Flügel und auch nicht an der Mikrofonierung und der PA. Nun ja, so hat halt jeder seine "Tricks", mit denen gearbeitet wird.
Doch genau mit den Filtern muss der Techniker Unzulänglichkeiten der Quelle und der Lautsprecher ausbügeln, sofern Quelle und Lautsprecher inkl. Systemanpassung schon optimiert wurde.
Hmm, wenn Quelle und Lautsprecher schon optimiert wurden, wo sind dann noch Unzulänglichkeiten? ;)
Da ist das Gehör das primäre Maß und nicht die hübsche Grafik auf dem Bildschirm. Die interessiert überhaupt gar nie nicht.
Das was heute die EQ Grafik ist, waren früher die Markierungen an den EQ Reglern. Wenn ich ein mir fremdes Pult bedienen musste, habe ich analog auch mal genauer auf die Skalierung der Filter geschaut, denn 12 Uhr bei der Frequenz waren nicht immer der gleicher Wert und auch der Wertebereich konnte z.T drastisch anders sein. Wenn da einer blind mal die Regler auf "seine" Werte einstellt, dann wird das wohl nix gescheites werden.
Ohne Frage sind die manipulativen Möglichkeit in Bezug auf Routing und Patching bei einer Digitalkonsolen hervorstechenden
Trotzdem ist eine gute, alte 1:1 Patching Variante immer vorzuziehen, wie ich finde. "Wart mal, der Kanal 7 ist auf IO 19, der auf Dante In 27 geroutet ist, das von der Stagebox 2 der 9. Eingang ist, wo eine 8er Subsnake hängt und zwar dessen Eingang 6. Warum kommt da nix rein?" :nix::unsure::nix: Hmm. Man kann alles, mit genug Willen, echt kompliziert machen. Aber auch da haben wir schon zu analogen Zeiten einiges mit gemacht.
Gravierender allerdings ist, dass sich der geneigte Nutzer viel schneller in nicht relevante Spielereien verliert, als das essentiell wichtige im Blick zu haben.
Auch da habe ich biosher keinen Unterschied erlebt zwischen der "alten analogen" Vorgangsweise und der aktuellen, digitalen. Besagter Kollege der sich eqig lang mit einer Kick beschäftigt hat, der ist am analogen Pult und im Siderack vertieft gewesen, weil er da die Dynamics, den EQ und den Effekt optimalst für die Kick justieren wollte. Einziger Nachteil bei der digitalen Konsole ist dagegen, dass er sich nicht mehr so viel bewegen muss, weil alles auf dem Bildschirm vor ihm abgeht und er nicht ständig zwischen Konsole und Sideracks hin und her laufen muss.
innerhalb weniger als 30 Sekunden
Meine durchschnittliche Festival Zeit für einen kompletten Soundcheck einer typischen Rockband:juhuu:
erhält man nicht durch den Einsatz von Spielkram sondern durch grundsolide Basiseinstellung und dies ist mit JEDEM Pult machbar, sofern es eine halbwegs taugliche Qualität hat.
Die beste Maßnahmen für Feedbackvermeidung sind vor dem Schallwandler zu setzen. alles danach ist nur nich Flickwerk, wie ich finde.
die haben quasi nur das User Interface gelernt, nicht die Funktion dahinter.
Wie ich schon gerade eben gesagt habe, die haben dann auch das analoge User Interface von den alten Schlachtschiffen nicht verstanden und verwenden eher die Strategie "Malen nach zahlen".
Dasselbe eben auch von der anderen Zeitachse her, dass wenn man der jüngere Generation das Wischbrett wegnimmt und sie vor eine Analogkonsole stellt ein ganzer Haufen Fragezeichen über dem Kopf auftauchen.
So wie es die Leute gibt die nicht mit Automatik-Getriebe fahren können, oder umgekehrt, mit einem Schaltgetriebe hoffnungslos überfordert sind. Eine andere Bedienoberfläche hat sicher seine Herausforderungen, aber jemnd der die Konzepte kennt, der sucht und findet schon die richtigen stellen.
Bei analogen Pulten hat es auch diverse Unterschiede gegeben, die einen hatten die EQs oben und die Aux Sends darunter, die anderen umgekehrt die Sends oben und die EQs direkt über dem Kanal Fader. Die Skalierungen waren, wie schon gesagt, auch immer etwas anders Und die Mastersektion war sowieso eine Sache für sich, gar nicht zu reden von Mutegruppen, VCAs usw. Zugegebenermaßen, nicht so unterschiedlich wie aktuell bei den digitalen pulten, aber ich denke, da wird sich noch eine gewisse Normierung der Oberflächen einstellen.
Es kommt oftmals weniger auf das Werkzeug selbst an, als auf die Person welche es bedient und benutzt.
Da kann ich nur zustimmen, das war aber auch schon in den Zeiten so, als das herausragende technologie Tool ein Faustkeil war, denke ich.
 
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Also noch so ein Detailthema, aber ich finde wo digitale Konsolen schwierig sind, und wo leider viele User und auch Venues noch nicht gut darin sind: Das Ding ist halt auch ein Computer und man muss damit auch Dinge machen, wie man mit einem Computer eigentlich machen müsste. Also leere Shows und Presets, die Sinn machen (entsprechend zu Dokumentvorlagen oder so). Backup schadet auch nicht. Nennen wir es mal Systempflege.

Natürlich muss man auch analoges Zeug warten, aber wenn dir halt der Mitbewerber das Digitalpult hinstellt und der einzige vorhandene Preset ist der komplette Mix seiner Amateurband, aber du bist knapp dran und stehst vor einer Podiumsdiskussion… und da ist ein Digitalpult eben einfach zu komplex, alsdass man kurz den Helfer alle paar hundert Regler auf Mitte bzw. Links drehen lassen kann und los geht's.

Wenn man sich schöne Shows/Presets gebaut hat, dann geht manches flott und easy… aber die Notwendigkeit, eine sinnvoll gemachte „Null-Einstellung” vorzuhalten, hat sich leider noch nicht komplett rumgesprochen.

Und bei alten Knochen wie dem 01V96-Digitalpult haste ja kein USB-Storage, d.h. da muss die steinalte Software ran, also macht man das gleich zweimal nicht… und gerade bei der Kiste kann man sich mit dem Routing wie mit einer Haubitze ins Knie schießen.
 
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aber die Notwendigkeit, eine sinnvoll gemachte „Null-Einstellung” vorzuhalten, hat sich leider noch nicht komplett rumgesprochen.
Das ist z.B etwas, das mich bei dne ganzen A&H Pulten nervt. Da gibt es keine Möglichkeit, alle Eingänge mal so in einem Rutsch zu resetten, also wirklich zurück auf Anfang zu setzen. Was die da sich gedacht haben, versteh ich nicht. Da ist z.B das WING inzwischen ganz weit vorne. einen Kanal auf die gewünschten Ausgangswerte setzen und unter Tools die ganzen Kanäle auswählen, die ich damit zurücksetzen will (Das geht in unter 3 Sekunden durch ein Wischen über die gewünschten Kanäle) und auf Copy drücken, fertig. genau so wünsch ich mir das von allen anderen. Denn oft genug kommt man in eine Venue mit Pult und will da nicht deren ganzes Setup mühselig nachbauen, einfach die notwendigen Kanäle zurück setzen und der Rest geht dann von der Hand. Beim WING oder X32 habe ich auch noch die Variante mit einem Band Snippet am Start. Da sind nur die Input Kanäle drin, die ich mir dann über das aktuelle Pultsetup drüber spiele, der Rest ist wieder relativ einfach.
 
Bei A&H ist es leider nicht ganz so direkt… aber über die Select-Taster kann man Kanäle komplett copy-pasten oder resetten. Zugegeben, wenn du 16 Kanäle derart behandeln willst, musste halt Paste halten und dann leider 16 Select-Knöpfe drücken. Also ich brauch dafür etwas länger als 3 Sekunden, aber es geht.
 
Nicht ganz, man kann das Prozessing resetten, auch das Routing der Kanäle, also die Send Level für die Busse, aber man kann das nicht in einem Schwung, und man kann auch nicht die Beschriftungen resetten. Für mich echt am Enduser vorbei gedacht.
 
Dafür copy-pasted die Soundcraft Vi dir gleich fleissig die Kanal- oder Busnamen mit, und wenn du dann 8x AUX1 und 16x Kick Drum hast, dann weißte vollends Bescheid. :prost:
 
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Jep, dieses Vergnügen hatte ich auch schon mal. 😝

Also für mich ist analog oder digital, bzw. auf analog oder digital gelernt völlig Banane. Wappler gibts überall.

Übrigens: nur weil jemand aufs Display schaut, heißt das nicht, dass er nicht mit dem Ohr mischt. Und umgekehrt.
 
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Ja, immer wieder schön.
 
Das ist z.B etwas, das mich bei dne ganzen A&H Pulten nervt. Da gibt es keine Möglichkeit, alle Eingänge mal so in einem Rutsch zu resetten, also wirklich zurück auf Anfang zu setzen.
Immerhin das geht jetzt beim CQ problemlos :)

A&H.PNG




View: https://www.youtube.com/watch?v=1hI6obnyIYw
 
Heute bei der Open Stage wieder mal ein Klassiker:
Mixer ist Soundcraft UI 12 und der Organisator mischt mit dem UI-eigenen WLAN mit dem iPad.

Dann kommt ein Gitarrist und schaltet seine Gitarrenfunke ein (billiges 2.4 GHz Teil) und schwupps hat das iPad den Kontakt zum UI12 verloren. Nach mehreren Koppelversuchen ging es dann glücklicherweise irgendwie wieder mit iPad und Pult. Ich habe schon mein Ersatzkabel rausgekramt. Dann ging es doch ohne.

Bestärkt mich irgendwie in meiner Ansicht zu den billigen 2.4 GHz Funken :govampire:
Und dass mein FOH eigentlich immer per Kabel verbunden ist.

Ich will diese Billigfunken nicht auf der Bühne (weder Instrumente, Mikros noch wireless DMX).
 
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Ja, das sage ich "meinen" Bands auch immer. Wenn Funk, dann muss was vernünftiges gekauft werden. Letztens im Club hatte ich eine Kindertheater Veranstaltung, die kamen mit 6 Hofer (Aldi) Headset Funks daher. :bang:
 
Nachtrag: auf dieser Winzigbühne hätte es ein 3m Kabel getan, denn so viel Platz ist da gar nicht. Aber nein, es muss unbedingt Funk sein. Ich habe immer ein Anschlusskabel dabei, auch wenn es dort meist schon vorhanden ist und in der DI Box steckt.
Open Stage heißt: eine Person oder eine kleine Gruppe kommt, spielt so ca. 3 Lieder und dann ist Wechsel. Wenn man dann beim Turnaround noch mit so was zu kämpfen hat, ist es einfach Mist (auch für das Publikum).
Was auch nervt: wenn dann Leute kommen "oh, ich würde auch gerne noch spielen" aber kein Instrument dabei haben, nach einem Tablet fragen, um ihren Text besser lesen zu können (ich habe dann wahrheitsgemäß gesagt, dass mein Tablet ein refurbished Windows Tablet ist ohne mobile Daten). Der Organisator hat dann seine Gitarre rausgerückt und der Typ hat dann nach seinem Smartphone gespielt.
Meine Instrumente leihe ich nur an Leute aus, die ich kenne. Ich hatte mal den Fall, dass jemand meine Gitarre ausgeliehen hatte und nach 2 Liedern war die Schalldecke mit dem Plektrum total verkratzt. Ich selber spiele ohne Pickguard, weil ich das nicht brauche. Man kann ja so spielen, dass man die Decke nicht verkratzt.
 
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Bestärkt mich irgendwie in meiner Ansicht zu den billigen 2.4 GHz Funken :govampire:
Und dass mein FOH eigentlich immer per Kabel verbunden ist.

Ich will diese Billigfunken nicht auf der Bühne (weder Instrumente, Mikros noch wireless DMX).
Und ich bin nach wie vor froh, dass es diese Probleme nicht mit guten 2.4-GHz-Systemen (Line6) gibt. An den vergangenen Wochenenden erst wieder eingesetzt (jeweils 4 Strecken) inkl. iPad-Steuerung fürs Qu-16 (das WLAN allerdings auf 5 GHz) - keinerlei Probleme, trotz WLAN-Hotspot vor Ort.

Man darf es also nicht über einen Kamm scheren, so wie es leider viele User (insbesondere ein Ex-User) tun.
 
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Kann mich nur anhängen. Funk ist halt wirklich nur was wenn's nicht anders geht oder unbedingt sein muss. Und dann bitte wirklich was vernünftiges. Bin jetzt selbst schon 2x eingegangen mit billigen Funken und erstmal bedient und lege wenn's geht immer Kabel.
 

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