lini schrieb:
Das Spray funktioniert mit sicherheit in destiliertem Wasser...
Das sowieso, aber ob der Fisch in destilliertem Wasser funktioniert, wage ich zu bezweifeln

(Stichwort Osmose, ich möcht nicht in seiner Haut stecken

)
Aber hab ich nicht mit einem schönen Epoxy Lack Spray den selben Effekt? Kriecht das Zeug besonders oder warum tut es da nicht Epoxy Spray?
Ansonsten: Tonstudio hat mich was gefragt und meinte, das wäre ein Thema für den Stammtisch:
tonstudio2 schrieb:
Carl, mein "Beitrag":
https://www.musiker-board.de/threads/unterschied-mikrofon-lautsprecherkabel-xlr.123259/post-1405963
war nicht so ganz ernst gemeint, aber es würde mich trotzdem mal interessieren, was die Physik konkret dazu sagt.
Theoretisch ist das ja richtig, daß durch die symmerische Leitungsführung die Störeinstrahlungen eliminiert werden, praktisch würde ich niemals ein Netzkabel als Mikrokabel verwenden - auch wenn es da auch gut handelbare und stabile Kabel gibt...
Obwohl das wohl eher ein Thema für den Stammtisch ist....
OK, also hier die Gründe, die mir einfallen warum ein geschirmtes Kabel trotz symetrie besser ist:
a) Symetrie ist nicht perfekt: In einem Baumarktkabel sind die Adern nicht gut verdrillt, sind nicht nah genug beieinander. Spätestens bei einem scharfen Knick sind sie es auch bei einem gut verdrillten Kabel nicht mehr...
b) Empfänger ist nicht perfekt: Wenn ich jetzt jeglichen Brumm draussen haben wollte und der ist so stark wie das Signal, dann bräuchte ich 100 dB Gleichtaktunterdrückung. Würde heißen, dass ich nicht die normalen 1% Toleranz Widerstände bräuchte, sondern 0,001% Toleranz (gibt's nicht!). Und damit ist es schon vorbei, wenn die beiden Widerstände 0,1 Grad Temperaturunterschied haben, kann man also knicken... Lieber Brumm vermeiden und das letzte bisschen rausfiltern...
c) Gleichtaktspannung zu groß : Hab ich mehr Gleichtaktspannung als der Empfänger verarbeiten kann, dann kommt es zum clipping und das ist alles andere als im Gleichtakt. Sprich: schlägt voll durch... Daher sollte der Schrim auch etwas Querschnitt haben und bei Brumm hat schon oft ein beherztes 6qmm Kabel parallel geholfen
d) RF Interference: Das Kabel ist eine prima Antenne für jede Art von Müll, von den Funk Mics bis zum Handy und AM Sender. Das Problem: je höher die Frequenz, desto schlechter kann der Empfänger den Gleichtakt unterdrücken und desto mehr Klirrfaktor hat er. Klirrfaktor heißt demodulieren, demodulieren heißt ins Audioband bringen... Kennt jeder, der schon mal ein Handy ans Telefon oder Kassettendeck gehalten hat! Man versucht zwar, den Dreck im Pult am Eingang weg zu bekommen, geht aber nur begrenzt und der Rest schlägt voll durch. Also wenn dann die Front-PA auf einmal das handytypische 'mep mep mep meeeeeeeeeeeeep' auf 271 Hz Rechteck mit 12% duty cycle spielt, weil der FOH gerade von der Freundin angerufen wird, dann kommt Stimmung in die Bude

. Also ist es besser, wenn der Schirm den Dreck schon mal 40-50 dB absenkt und mit dem Rest kommt dann das Pult klar (und warum hat das nur ein Metallgehäuse?

). Hier sind Eingänge mit Übertrager auch klar im Vorteil, aber EIN guter Studioübertrager fängt bei 30€ an! (pro Kanal).
e) Wellenwiderstand: Ein Mikrofonkabel hat genauso wie Netzwerkkabel einen definierten Wellenwiderstand von ca. 100 Ohm, der der Impedanz des Mics auch in etwa entspricht. Das ist der Grund, warum Tobse in seinem Test so wenig (oder keinen) Unterschied gehört hat. Mach das mal mit einem Netzkabel

.
f) Bessere Isolierung: Mag in die Richtung Erbsenzählen oder HIFI-Purismus gehen, aber Plastik hat auch nette Eigenschaften als Dielektrikum. Dazu gehört Hysterese, Teilentladung, Isolationswiderstand und andere Scherze. Die können das Signal auch negativ beeinflussen. Cordial bewirbt sein Mikrofonkabel interessanterweise als 'low noise', vielleicht ist da was dran (kann ich aber nicht nachprüfen).
So, das sollte für den Anfang reichen, aber wer nimmt auch schlechte Kabel bei einer PA?