PA-Stammtisch

Und wieder sperrt ein Traditionsbetrieb seine Pforten: Harmann sperrt den AKG Standort Wien zu

Es lebe die Globalisierung. Schade daran ist u.a. dass damit die service Mitarbeiter für die 'Vintage'-Mikros auch weg sein werden.
Das war doch klar, dass das passieren würde...

AKG ist mMn heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Spielen die überhaupt noch eine Rolle? Ehemals marktführende Positionen hat man verloren, und mit "Made in China" allein kann man wohl heute nicht mehr punkten, oder?
 
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Spielen die überhaupt noch eine Rolle?
In meinem Mikrofoffer jedenfalls nicht.

mit "Made in China" allein kann man wohl heute nicht mehr punkten, oder?
Für ein österreichisches Traditionsunternehmen schon schwer hinnehmbar, aber made in China ist ja letztlich in weiten Bereichen der PA-Technik zum gewohnten Bild geworden, auch wenn das einige immer noch nicht wahr haben wollen.

Aber irgendwie war für mich bei dem Hersteller in der letzten Zeit nichts mehr dabei, was in der Kombination Qualität, Preis, Innovation meine Aufmerksamkeit geweckt hätte.
 
Ich will ja nicht unken - aber es ist doch genau wie in jeder anderen Branche:
Geiz ist geil - und Gewinnoptimierung das höchste Ziel.
Würden die Benutzer deutsche/europäische Marken kaufen, würde es die auch noch geben. Wenn man aber für ein Funkmikro nur noch 160€ ausgeben will dann klappt das nicht.
Das beste Beispiel ist eine Firma hier in meiner Umgebung: Die Firma Loewe in Kronach - stellt hochwertige Fernsehgeräte her.
Die kosten schon mal 2000€ - 55" - so zum Vergleich liegt ein Markengerät aus Fernost bei 700€.
In Fernost sitzen aber Arbeiter am Band, die im Monat so viel bekommen wie ein Arbeiter in Kronach.....
Wenn wir mit unserem Geld Chinas Aufbau finanzieren dann muss sich bei solchen Nachrichten jeder selbst an die Nase fassen.
Wie gesagt: Geiz ist Geil - nach diesem Credo lebt der Großteil der Bevölkerung.
 
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Das beste Beispiel ist eine Firma hier in meiner Umgebung: Die Firma Loewe in Kronach - stellt hochwertige Fernsehgeräte her.
Die kosten schon mal 2000€ - 55" - so zum Vergleich liegt ein Markengerät aus Fernost bei 700€.

Ich glaube nicht, dass das ein gutes Beispiel ist. Will wirklich jemand einen Fernseher kaufen, der zwar heute topp ist und 20 Jahre hält, aber in vier oder fünf Jahren technisch völlig überholt ist? Möglicherweise ist irgendwelche Software darauf bis dahin auch zu einer gefährlichen Sicherheitslücke geworden, wenn der Hersteller das Gerät dann nicht mehr mit aktualisierten Versionen versorgt; vielleicht realistisch auch nicht mehr versorgen kann, weil Teile von Drittherstellern auf der Hardware nicht mehr funktionieren würden.

Ich bin glücklich, keinen Fernseher zu besitzen, erlebe das gerade aber in ähnlicher Weise mit meinem ehemaligen "Spitzen-Smartphone". Eine Lösung habe ich leider nicht im Angebot.
 
Statt Fernseher kann man jederzeit Auto, Radio, Fotoapparat, ... setzen.
Es geht hier nicht um technisch überholt - es geht darum, dass durch diesen Geiz ist Geil Ansatz die Gehälter von den Arbeitnehmern in Deutschland nicht mehr zu zahlen sind.
Meine Kopfhörer von AKG halten seit >15 Jahren - kosten halt 200-300€.
Die Jugend von Heute kauft lieber jedes Jahr einen neuen für 30-40€ - Milchmädchenrechnung. Die Intelligenz sinkt, der reine Konsum steigt.....
 
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Was den Kopfhörer betrifft passt das für mich zum Thema. Mein erster Kopfhörer war ein AKG K240 und kostete damals, 1976, stolze 1000 Schilling, also ca 70 €. Wobei inflationsbereinigt eher 400-500€.
Ich musste mal den Stecker ersetzen, sonst spielt er aber auch heute noch tadellos. So gesehen eine Investition für das Leben.

Ich seh aber das "Geiz ist geil" Thema etwas differenzierter. Viele dueser Firmen wurden mal mit dem Anspruch gegründet gute Produkte zu bauen. Inzwischen ist aber der Fokus der ganzen Betriebswirte, die ja inzwischen in den Firmen das Kommando übernehmen, Gewinnmaximierung auf die Schnelle. Wenn dann ein Konzern wie Harmann ein halbwegs lukratives Ubernahmeangebot macht, wird das angenommen. Die neuen Besitzer haben aber überhaupt keinen Bezug zum Produkt und agieren nur so wie Excel es ihnen geschönt vorrechnet. Und da will die Gewinnmaxiemierung weiter vorran getrieben werden. Also werden die 'teuren' Standorte geschlossen, weil sie ja so 'unrentabel' sind.
Dummerweise ist inzwischen, durch den Kostendruck, auch die hervorragende Qualität von früher verloren gegangen. Man produziert allenfalls mittelmäßiges. Wenn ich mein 60er 414er mit einem modetnen vergleiche ist selbst bei einem Blindtest klar ver meilenweit vorne liegt. Oder, ich hab drei C430 nahezu zeitgleich gekauft. Irgendwie ist da die Serienstreuung schon deutlich zu hören. Und schnell liest man "AKG kommt in meinem Koffer nicht vor". Auch wenn zum Teil auch heute noch vernünftiges produziert wird, nur ist halt der Ruf nicht mehr so gut.
Naja, der Firma in der ich meine ersten Berufsjahre verbrachte war auch mal in den Top drei der Branche weltweit. Mit ca 3000 Mitarbeitern. Jetzt ist es eine unscheinbare Bude mit gerade mal 70 Leuten, die halt noch Service und Kleinserien produzieren.
Andererseits machen diese Entwicklungen auch wieder Platz für neue Firmen. In diesem Fall wird das wohl Lewitt sein. Täusche ich mich oder ist die nicht ohnehin von Ex-AKG Leuten gegründet worden?

Dass Musiker für sich auch immer mehr in die Budget-Discounter-Abteilung gehen kann ich wiederum gut verstehen. Denn die ächzen ohnehin unter dem Preisdruck der Veranstalter/Auftraggeber. Die wollen immer weniger für mehr Leistung bezahlen. Oft wird heute ein DJ dort eingesetzt wo vor noch nicht allzulanger Zeit eine Band gespielt hat, und selbst der soll das noch für Peanuts machen. Leichter geworden ist es nicht.
Und schuld daran ist wahrscheinlich Napster. Denn die haben eine Kultur "willhaben, für lau" in der Branche etabliert. Konsumenten wollen für dargebotenes nix mehr zahlen, Veranstalter den Musikern dadurch auch nicht, die müssen dann auf billigeres Equipment ausweichen. Bums, Firmen machen dicht.

BTW: Chinaprodukte lapidar mit Schrott gleichzusetzen ist auch nicht wirklich ok. Das grenzt eigentlich schon an Rassismus für mich. Ich arbeite derzeit mit einigen hochintelligenten und -talentieren Leuten aus Asien und speziell China zusammen. Die könnens schon auch richtig gut. Aber daran sind die Konzerne meist gar nicht interessiert. Wenn die die Toleranzgrenzen immer mehr aufweiten, kommt auch immer mehr Ausschuss durch die Kontrolle. Selbiges Phänomen könnte man auch in GOG beobachten, sie VW/Audi. Das ist zumindest auch eine passable Erklärung für mich.
 
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In meinem Mikrofoffer jedenfalls nicht.
Bei mir gibt's da noch einiges: C 519, C 418, D7, Elle und ein kultiges altes D12.
Insofern spielt AKG für mich noch eine Rolle, ich verwende das Zeugs auch gerne.
Allerdings kann ich nachvollziehen, das für etablierte Hersteller in dem ganzen Wust aus t.bone, Fame und wie sie alle heißen, die Luft immer dünner wird.
 
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Und schnell liest man "AKG kommt in meinem Koffer nicht vor".
Da habt ihr meine Aussage aber schwer aus dem Zusammenhang gerissen.

So ein Hersteller steht halt in Konkurenz mit anderen Traditionsmarken: Sennheiser, Shure, Beyerdynamics, Audio Technica, Rode, ... . Und letztlich ist auch bei Superlux, t-bone, ... so einiges brauchbares zu finden.

Aber irgendwie war für mich bei dem Hersteller in der letzten Zeit nichts mehr dabei, was in der Kombination Qualität, Preis, Innovation meine Aufmerksamkeit geweckt hätte.
Das ist für mich das entscheidende. Es stach für miene Anwendungen nichts mehr heraus, was mich dazu bewegt hat, AKG zu kaufen. Das ist dann aus meiner Sicht noch lange keine Abwertung des Herstellers, sondern nur eine Einsortierung im gesamten Angebot des Marktes.

Auch wenn zum Teil auch heute noch vernünftiges produziert wird, nur ist halt der Ruf nicht mehr so gut.
Der Ruf (jedenfalls der einer Marke) ist mir persönlich sogar recht unwichtig. Wenn ein Produkt zu einer Anforderung passt und es aus Preis-/Leistungs-/Qualitätssicht passt, dann ist es mir recht unwichtig, welcher Name darauf steht. Ich habe allerdings auch den großen Vorteil keinen Rider erfüllen zu müssen ;)
 
aber made in China ist ja letztlich in weiten Bereichen der PA-Technik zum gewohnten Bild geworden

Chinaprodukte lapidar mit Schrott gleichzusetzen ist auch nicht wirklich ok.

Sorry, ich muss mich präzisieren!

Ehemals marktführende Positionen hat man verloren, und mit "Made in China" allein kann man wohl heute nicht mehr punkten, oder?

Sicherlich ist Made In China per se heute nicht mehr wegzudenken, und es gibt inzwischen sehr viele gute Produkte aus China.

Ich meinte jedoch, dass es schwierig wird, wenn man sich nicht mehr unterscheidet von all den guten und günstigen Mikrofonen irgendwelcher Hersteller, die man kaum kennt. Mir fehlte zuletzt bei AKG ein schlüssiges Konzept, Innovation, wenn man so will! Ehemals erfolgreiche Mikros (MiniMic, C1000, C414, C391), auch der früher sehr erfolgreiche Wirelessbereich spielen heute kaum noch eine Rolle, oder?
 
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Manchmal wird ein ehemaliges Traditionsunternehmen, welches von einem Konzern geschluckt wurde, bewusst gegen die Wand die gefahren, so dass Argumente wie Symbiose, Neuausrichtung und andere Managementphrasen an Bedeutung und Glaubwürdigkeit zu untermauern.
Es geht oftmals auch nur um den Markenname und nicht um das KnowHow geschweige denn die Mitarbeiter, welche dahinter stehen.

Zum Thema Chinaprodukte.
Die Burschen lernen auch dazu, haben gute Schulen, eine gute Ausbildung und sind uns letztendlich gar in so manchen Ingenieurssachen eine Nasenlänge vorne drauss. Nicht dass die solche Dinge wie Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung nicht auch kennen. ISO irgendwas ist überall nachzulesen. Kein Ding. Die Chinesen gehen es eben anders herum an. Zuerst mal billig produzieren, ohne großartige Qualitätsansprüche, um damit mal in den Markt zu kommen, um dann sich zu steigern. Warum nicht, ist auch eine Strategie.
 
Meine C1000 geb ich nicht mehr her!
Die mag ich und nutze sie für alles mögliche - vom Chor bis zur Streicherabnahme :great:
 
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Die C1000 sind bei mir nie wirklich auf dem Radar aufgetsucht. Nacheie vor sind die C535 und die C430 in meinem Koffer mit unterwegs. Erstere sind so eine Art Allzweckwaffe für alles mögliche. Die c430 mag ich gerne als Overhead wenns in Richtung Rock&Co geht. Dagegen mag ich die 391 weniger und die 451 gar nicht. Die C414 sind zumindest hierzulande immer noch beliebt.
Wobei ich für meinen Teil aber auch nicht so sehr aufs Logo schau. Wenn es dem Anwendungszweck zugute kommt neh ich es, egal was drauf steht und (fast) egal was es kostet.
 
Täusche ich mich oder ist die nicht ohnehin von Ex-AKG Leuten gegründet worden?

Nein, Du täuschst Dich nicht.

Ich bin nach wie vor AKG-Fan, nicht zuletzt weil die Kombination 2x C416 L und 1x B29 L das Standard-Abnahmesystem für Akkordeons ist ;). Daneben habe ich (wie wahrscheinlich jeder "kleine" Beschaller) ein paar der Allrounder C1000 im Koffer, ebenso wie weitere Schwanenhälse wie C408 bzw. C409 inkl. zugehöriger Speiseteile B9 für Bläser, Snare, Toms etc. Und bei Blaskapellen begegnet man i. d. R. ja auch den C519ern im Rudel... Zwei WMS 40 UHF-Funkstrecken (mit Bodypacks) sowie eine weitere mit dem IMHO genialen Aufstecksender "Snap On" verlassen das Lagerregal in letzter Zeit eher selten. Das D-5 kenne ich auch recht gut und halte es für kein schlechtes Einsteigermikro.

Ob in Europa produziert wird oder nicht, spielt für mich als Anweder eine eher untergeordnete Rolle, solange die Qualität nach wie vor stimmt und sich am Service (via Audio Pro) nichts ändert. Schade ist es natürlich trotzdem für die Mitarbeiter.
 
Jemand ne Idee wo ich günstig an ne gebrauchte Midas DL151 kommen könnte ? Seit ich mal ne 251 an meiner M32R hatte bin ich angetan von den "reinen" pro Preamps ..
meine DL16 bleibt als Output Stagebox und evlt erweitern auf 32 Channels dann ..
 
Andererseits machen diese Entwicklungen auch wieder Platz für neue Firmen. In diesem Fall wird das wohl Lewitt sein. Täusche ich mich oder ist die nicht ohnehin von Ex-AKG Leuten gegründet worden?
Soweit ich das irgend wo gelesen habe war es nur ein ehemaliger Entwickler von AKG.
Wobei ich denke das die Marke Lewitt über kurz oder lang auch wieder verschwindet.
In dem Porfolio der Marke Lewitt ist nichts was es nicht auch bei anderen Firmen gibt und sein wir mal ehrlich wenn ich ein teures Mikro kaufen will
dann orientiere ich mich zuallererst bei etablierten Firmen und kaufe kein Produkt von einem Hersteller den ich kaum kenne.
 
Naja, hoffen wir dass das nicht ganz so düster aussieht. Wenn man nur 'etablierte' Hersteller in Betracht zieht, verwandelt sich der Markt noch schneller in eine Monokultur.
Zudem haben gerade MIkrofone die Eigenheit sich auch im selben Preissegment und vergleichbarer Bauform unterschiedlich zu verhalten. Damit kann man leichter punktgenau auf gewisse Soundvorstellungen eingehen.
Denn wenn alles mit einem SM57 funktioniert ist braucht's auch nix anders. Warte, Moment, ach das ist ja eh der Fall, oder? ;-)
 
Ja... aber das ist ja auch kein Mikrofon!
 
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Naja, hoffen wir dass das nicht ganz so düster aussieht. Wenn man nur 'etablierte' Hersteller in Betracht zieht, verwandelt sich der Markt noch schneller in eine Monokultur.
Versteh mich nicht falsch ich bin dabei wenn etwas neues kommt und habe auch zwei Lewitt Mikrofone in meinem Portfolio.
Bei einem Preis von 69€ bin ich auch gerne bereit das ein oder andere nicht so bekannte Mikro zu testen ,aber ab einem bestimmten Preisbereich kann man sich Experimente nicht leisten.
 
Ich bin gestern beim Online Stöbern per Zufall über dieses Teil gestolpert:
https://www.musicstore.de/de_DE/EUR...ehnenmonitor-12-aktiv-250W/art-PAH0017920-000

Woran erinnert uns das? Richtig:
https://www.thomann.de/de/the_box_pro_mon_a12.htm

Würde mich nicht wundern, wenn da exakt das Gleiche drin ist. OK, der Ground-Lift-Schalter arbeitet laut Beschriftung bei den zwei Fabrikaten entgegengesetzt. Aber das kann ja auch ein Druckfehler sein. :D

Da würde mich ein Vergleich wirklich mal interessieren, der Preisunterschied ist ja auch nicht ganz gering.

Leider gibts den Fame nur selfpowered, ich bin momentan eher wieder am umstellen auf komplett passiv. Daher würde mich eigentlich auch mal ein Vergleich der pro Mon A12 und P12 interessieren. Die A12 ist ja AFAIK bi-amped, also ist das nicht einfach nur eine P12 mit Ampmodul drin. Da es ja einen Umschalter für FOH- und Monitorbetrieb gibt, sitzt da wohl auch noch anderweitig etwas "Intelligenz" mit drin...
 

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