Geschmack begruenden kann man natuerlich auch, aber irgendwo gibt es halt Grenzen, bzw. ich habe auch den Eindruck, dass das hier in diesem Thread nix mehr wird
Vielleicht wirdÂŽs ja noch ...
... aber wenn ich begruenden muesste, was mir an diesen uebertriebenen Interpretationen nicht gefaellt, dann wuerde ich sagen (und habe bereits gesagt), es liegt daran, dass ich das Gefuehl habe, da will jemand ein Mehr an Bedeutung und Tiefgruendigkeit reinlegen, was er aber in meinen Augen nicht hinbekommt, da er die Essenz des Originals gar nicht richtig beruecksichtigt.
Dann ist fĂŒr Dich der Bezugspunkt ebenfalls das Original bzw. dessen "Essenz".
Stellenweise hat es sich anders angehört, z.B. wenn Du sagst, dass Du generell nichts oder nicht viel mit Soul (mit den genretypischen gesanglichen GefĂŒhlsbetontheiten) oder mit Jazz (mit den genretypisch eigenstĂ€ndigen bzw. persönlichen Interpretationen eines gemeinsamen songschatzes) anfangen kannst, was dann eben auch bedeuten kann, dass Dir generell gesanglich gefĂŒhlsbetonte Interpretationen oder Genres nicht zusagen.
Es liegt auch jenseits eines "gewollt, aber nicht gekonnt", was ja auch eine Möglichkeit fĂŒr ein "ĂŒbertrieben" sein kann bzw. meiner Erfahrung nach ist. Gerade Musiker in einem bestimmten Stadium bzw. Personen generell neigen zu einer Ăbertreibung der Mittel, oft dann, wenn sie sie gerade entdecken oder sie (vermeintlich) beherrschen.
Das sehe ich beispielsweise als Motiv fĂŒr das gepostete Video, wo nicht zufĂ€llig einige Epigonen zeigen wollen, dass sie es mindestens genauso gut können wie die Meisterin.
Was ich mitbekommen habe, ist, dass Du bemĂ€ngelst, wenn sich der/die Interpretierende wichtiger nimmt als den song. Kann ich gut teilen und meiner Erfahrung nach ist das einer der GrundĂŒbel beim Musikmachen generell, denn song- oder banddienlich sind nicht nur Interpretierende und SĂ€nger_innen, sondern etliche Musiker_innen, egal ob sie nun eigene oder fremde songs spielen.
Gleichzeitig ist es ein tricky Ding - denn ohne eine gewisse betriebseigene Intro- oder Extrovertiertheit bzw. Ăberzeugung von sich selbst geht es halt nicht ab, wenn man sich im weiten Feld der KreativitĂ€t befindet.
Und manch einer mag es ĂŒbertreiben wie nur irgendwas und dennoch oder gerade deshalb genial sein. Und manch einer oder eine tut nichts anderes als sich zum Mittelpunkt des Universums zu machen - und trotzdem oder deshalb kommt Kunst dabei raus.
Deshalb geht es - mir jedenfalls - nie um die Mittel an sich oder die Kennzeichnung gewisser Anzeichen fĂŒr xyz, sondern immer um den Bezug zur Kunst, wie schwierig dies auch im einzelnen auseinanderzubröseln sein mag und wie unterschiedlich auch die Kunstbegriffe sein mögen.
By the way: Sowas wie "Zombie" von den Cranberrys gefÀllt Dir auch im Original nicht, oder?
Herzliche GrĂŒĂe
x-Riff