Ich habe mal angefangen, ein Review zu schreiben. Ehrlich gesagt war es sogar fast fertig. Ich habe nur irgendwann aufgehört, weil es einfach wie ein Werbetext klingt - egal, was ich auch schreibe. Und ich kenne doch die Dynamik eines Gitarrenforums. Dazu kommen die andauernden Firmware-Updates. So wurde mein letzter negativer Punkt, die Drive-Simulationen, gerade erst gestern per Update beseitigt. Trotzdem hier mal meine Eindrücke kurz zusammengefasst:
Nach einem halben Jahr Axe-Fx sollte zumindest die erste Begeisterung schon mal verflogen sein aber es wird einfach immer besser und besser je länger ich mich mit dem Gerät befasse. Mein GAS für Amps und Effekte ist völlig erloschen. Immer wenn ich mal über einen "echten" Amp bei Freunden oder im Laden spiele, denke ich: "klingt nicht übel aber habe ich schon zu Hause". Dieses Haben-Wollen-Gefühl stellt sich da bei mir einfach nicht mehr ein - zumindest bei den Amps der normalen Kategorie; Mesa,
Marshall*,
Engl* usw. Für einen Bogner, Larry oder Müller hätte ich schon noch Platz aber da steht einfach die Vernunft dagegen. Was soll ich als Gelegenheitsspieler mit Equipment im Wert eines Kleinwagens - vor allem, wenn meine Bedürfnisse weit mehr als nur erfüllt werden.
Alles, was ich an Effekten, Preamps usw zu Hause hatte, ist inzwischen verkauft. Demnächst geht auch noch mein letzter Röhrenamp (Mesa Studio) in die Bucht oder in den Flohmarkt. Mein Setup ist dadurch super simpel: Gitarre, Midi-Mate und Axe-Fx. Zu Hause spiele ich über Studio-Monitore und auswärts über das, was da eben an PA oder Boxen rumsteht. Ich vermisse dabei einfach gar nichts, weder beim Sound noch beim Feeling. Ganz im Gegenteil. Mein Sound war noch nie so gut wie im Moment. Für Jams und Auftritte werde ich mir aber (für einen konsistenten Sound) nochmal eine oder zwei schöne und hochwertige aktive Boxen zulegen (QSC, RCF oder etwas ähnliches). Das MIDI-Mate wird beizeiten durch den Fractal-Controller ersetzt, wenn er denn mal irgendwann erscheint.
Sicherlich ist der Axe-Fx nicht für jeden. Man muss schon eine Menge Zeit mitbringen um alle Aspekte des Gerätes zu begreifen. Die Bedienung ist wirklich einfach wenn man das Prinzip bzw die Idee dahinter einmal verstanden hat. Aber trotzdem kann die schiere Anzahl an Optionen für viele Leute schon beängstigend sein. Das sehe ich (für mich) aber nicht so richtig als Kritik - warum sollte die exakte Simulation eines Amps oder Effektgerätes einfacher einzustellen sein als das Original? Man braucht auch keine komplexen Effektketten um einen guten Sound zu erhalten. Eine Amp- und eine Box reichen schon aus. Der Rest ist Zuckerguß - wie im richtigen Leben eben.
Ach ja, die Frage ob meine Erwartungen erfüllt wurden. Die Antwort lautet Nein - meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.
Mist, ich gerate schon wieder ins Schwärmen
