PA-Stammtisch

  • Ersteller Ersteller Carl
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  • #7.101
... Ich durfte ein paar Jahre lang eine Coverband betreuen, das ist einfach genial, wenn du irgendwann jeden Song kennst, ...

Habe ich auch schon so gemacht, und man lernt in der Tat SEHR VIEL dabei. Wenn man immer wieder dieselbe Band mischt, hat man gewisse Dinge irgendwann im Griff und kann sich dann anderen Sachen widmen. Andererseits kann man bestimmte Dinge mal über einen längeren Zeitraum hin optimieren, und auch dabei lernt man sehr viel, wodurch man in Zukunft dann schneller zu guten Ergebnissen kommt.
 
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  • #7.102
Es ist doch vollkommen egal, ob die Kundschaft einschätzen kann, warum sie unzufrieden ist?!
Es bringt mir als Techniker halt überhaupt nichts - und ich hab während einem Konzert durchaus auch anderes zu tun - einem Laien in 10 Minuten zu erklären warum bei exakt dieser Kombi aus Gesang/Instrument, künstlerischen und rechtlichen Vorgaben, vorhandener Technik & bereitgestelltem Budget, Location und, und, und eben dieser oder jener Wunsch gerade leider nicht erfüllt werden kann ;)
 
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  • #7.103
einem Laien in 10 Minuten zu erklären
Warum nicht 10 Sekunden nehmen und sagen: „Danke, da kann ich heute leider nichts machen.“ oder „ Danke, ich schau mal, ob ich da noch was machen kann.“?
 

  • #7.104
@Donsiox und @glombi - oder ganz diplomatisch: "Ich höre, was Du meinst, und ich sehe das so ähnlich, aber ich habe Vorgaben vom Veranstalter und Wünsche von der Band - ich muss mich daran halten, und das ist es dann, womit wir herauskommen." So ähnlich musste ich auch schon antworten, bei dem Bandleader mit der lauten Gitarre. Der Manager der Location will es halt insgesamt nicht so laut, sonst hätte ich den Gesang noch darüber gehoben. Dann landest Du halt da: "Ich höre den Gesang, verstehe aber keinen Ton." Ja, ist leider so.
 
  • #7.105
Warum nicht 10 Sekunden nehmen und sagen: „Danke, da kann ich heute leider nichts machen.“ oder „ Danke, ich schau mal, ob ich da noch was machen kann.“?
Natürlich mache ich das, ich bin ja kein Arschloch 😉
 
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  • #7.106
Na das ist ja ein hitziges Thema hier :-) da „mische“ ich mich auch mal ein.

Also erstmal steht bei meinen Veranstaltungen selten die Band an oberster Stelle was Wünsche angeht sondern der Endkunde oder manchmal auch die „Stadt“ mit Vorgaben die umgesetzt werden müssen. Die Wünsche der Bands sind also erstmal zweitrangig. Ich arbeite in meiner „Bubble“ befriedigenderweise fast immer mit Profis zusammen die sich selbst auch als Dienstleister sehen und mit mir zusammen ein für den Kunden bestmögliches Ergebnis erreichen wollen. Diven sind in dieser „Bubble“ auch einfach fehl am Platz. Von daher gibt es da immer konstruktiven Austausch.

Ich kenne beide Seiten, sowohl hinter dem Pult als auch im Publikum.
Wenn ich hinter dem Pult stehe und jemand aus dem Publikum kommt mit einem berechtigten Interesse, z.B. dass ich vergessen habe das Keyboard zu entmuten, dann bedanke ich mich natürlich für die Aufmerksamkeit und ändere den Fehlzustand.
Habe ich aber beispielsweise jemanden der in der Pause zu mir kommt und sagt der Bass würde manchmal sehr leise spielen und manchmal sehr laut und ob ich da nicht was machen könnte, dann erkläre ich ihm freundlich, dass dies ein Jazzkonzert ist und ich einen hochkarätigen Jazz-Musiker sicher nicht in seiner Dynamik einschränken werde. Mit diesem Wunsch müsste er sich bitte an den Bassisten wenden.

Andersherum sehe ich es genauso. Fallen mir grobe Schnitzer auf würde ich dem Kollegen/ der Kollegin selbstverständlich einen freundlichen Hinweis geben. Dreht es sich aber um meinen persönlichen Geschmack, behalte ich meine Meinung für mich.

Die Grenze zwischen grobem Schnitzer und persönlichem Geschmack kann natürlich schwammig werden aber im Zweifel behalte ich meine Meinung für mich. Und wenn ich sie doch unbedingt äußern möchte dann tu ich das NACH dem Konzert. Sonst verunsichere ich den Mensch am Mischpult ja nur und das macht es am Ende selten besser.
 
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  • #7.107
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  • #7.108
Ich wollte auf keinen Fall sagen, dass das unproduktiv wäre was hier geschrieben wird. Und mit „hitzig“ meine ich nur, dass hier mehrere Sichtweisen und Meinungen aufeinandertreffen. Im positiven Sinne. Bisher hat sich ja nichts und niemand festgefahren so wie ich das sehe. Falls meine Aussage falsch rübergekommen ist hoffe ich es hiermit korrigiert zu haben :)
 
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  • #7.109
Nein, war alles gut. Aber ein willkommener Anlass, auch mal ein Lob dazulassen. Das mach ich übrigens auch ungefragt, wenn mir ein Auftritt oder der Sound besonders gut gefallen, wenn sich die Gelegenheit ergibt…
 
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  • #7.110
Man muss auch der Diskussionskultur hier mal ein Lob dalassen. Die Moderation ist gut und die Forum-User diskutieren auch meistens sehr Fair und respektvoll miteinander. (Ausnahmen gibt's immer) Das kenn ich von anderen Foren viel extremer. Danke dafür.
 
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  • #7.111
Das ist hier unser Ziel. 🙏☺️
 
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  • #7.112
Gestern waren wir im Urlaubsort auf einem Dorffest, wo eine Kieler Soul-Band für richtig gute Stimmung gesorgt hat.

Lokalität war eine alte Ziegelei-Ruine, die ein Dach hatte, seitlich aber offen war, also fast Open Air.

Die Band hatte 10 Mitglieder: 3 Bläser, Keyboard, Leadsänger, zwei Backgroundsängerinnen, Bass, 2 Gitarren.

Technik:

AH UI24 mit Endstufe, daran zwei alte 15/3-Passivboxen (sind das TOA?):

IMG_2922.webp


Das war die PA, kein Subwoofer, drei alte Zeck-Wedges.

Der Sound war wirklich Klasse! Nix fehlte, der Gesang kam klasse rüber, der Bass war klasse im Soul-Sound, kein Gedröhne, rund, knurrig. Der Bassist spielte einen Ibanez* Soundgear über eine Behringer* 210-Bassanlage!

Gemischt wurde per iPad von einem Freund der Band im Publikum.

Einziger Kritikpunkt (den ich nicht geäussert habe, das Publikum tanzte wie verrückt und war zufrieden): Der Mischer stand seitlich vor der Bühne und konnte nicht hören, dass die Bläser in der Mitte des Raumes stehend, manchmal zu laut waren.

Ich war erstaunt, mit welch rudimentärem Equipment man einen guten Sound fahren kann, der nicht zu laut, wohlklingend und mitreissend ist. Die Band besteht schon lange, es sind aber keine Profis.
 
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  • #7.113
Ich war erstaunt, mit welch rudimentärem Equipment man einen guten Sound fahren kann,
Das habe ich schon öfter bewundert. Zuletzt auf einem super schönen Fest, das eine Schule jährlich auf einem malerischen Mühlengelände organisiert, auf dem wir auch spielen durften. Ausgewogen, aufgeräumt, transparent und überall angenehm. Habe ich dem Techniker auch so zurückgemeldet.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie unausgeglichen der Sound sein kann, obwohl top modernes und taugliches Zeug zum Einsatz kommt.

Am Ende ist es bei der PA wie bei der Musik, gutes Equipment ist sicherlich nicht hinderlich, aber alleine keine hinreichende Voraussetzung…
 
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  • #7.114
... Lokalität war eine alte Ziegelei-Ruine, die ein Dach hatte, seitlich aber offen war, also fast Open Air.,,

Technik:
AH UI24 mit Endstufe, daran zwei alte 15/3-Passivboxen (sind das TOA?):
... Das war die PA, kein Subwoofer, drei alte Zeck-Wedges.

Der Sound war wirklich Klasse! Nix fehlte, der Gesang kam klasse rüber, der Bass war klasse im Soul-Sound, kein Gedröhne, rund, knurrig. Der Bassist spielte einen Ibanez Soundgear über eine Behringer 210-Bassanlage!

Gemischt wurde per iPad von einem Freund der Band im Publikum.
...
Ich war erstaunt, mit welch rudimentärem Equipment man einen guten Sound fahren kann, ...

Location seitlich offen heisst, dass man viel weniger Raumresonanzen hat, denn zwischen Wand und offen resoniert nix. Das hilft schonmal.

Pult ist gut, diese alten TOA-Boxen sollen auch gut gewesen sein, und die Zeck-Wedges, die ich von früher kenne, hatten einen schön breiten Abstrahlwinkel und angenehmen Sound auf der Bühne, d.h. mit wenigen Monitoren konnte man eine ganze Bühne versorgen.

Und wenn der Band-Natursound und das, was die PA "zufüttert", gut aufeinander abgestimmt ist, kriegt man einen angenehmen Gesamtsound. Das braucht Erfahrung und Musikalität und auch den Verzicht auf drückende Bässe, aber man kriegt da Musik sehr wohlklingend raus.
 
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  • #7.115
Das ist auch meine Erfahrung mit den Blasorchestern, die ich regelmäßig mische. Wenn Bläser im Spiel sind kommt ein nicht zu verachtender Bühnensound zum Gesamtergebnis dazu. Wenn man das nicht berücksichtigt klingts schnell grausig, aber andersrum kann man das wunderbar nutzen um die PA etwas zurückzufahren und in den Klang mit einzubinden um ein schönes homogenes Ergebnis zu bekommen indem alle Stimmen und Musiker gut zu hören sind.
 
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  • #7.116
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  • #7.117
Soweit ich das hören konnte, waren die Bläser nicht von der Bühne, sondern durch die "PA" zu laut, sie hatten alle ihre Austrittsöffnungen mit einem Tools halb zugemacht.

Und der Schlagzeuger - so wünscht man sich das. Sehr zurückhaltend, fast leise auf den Punkt spielend, ein älterer Herr mit perfektem Spiel. Ein Mono-Overhead, BD, Snare und das eine Tom abgenommen. Sehr aufgeräumter Sound.
 
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  • #7.118
Mal eine Frage an die, die größere Events fahren: wie stellt ihr denn euer Infills /Near Fills ein?
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Eigentlich war der Sound nicht schlecht (Außer dass die Band 3/4 Playback gespielt hat - von der Tres hinten rechts, den Congas und Bongos abgesehen).
Das Line Array war gut und die Bässe tatsächlich erträglich. Aber die Infills/NEar Fills waren duetlich zu laut.
Die sollen doch vor allem im Nahbereich etwas stützen, was von den Bananen nicht ausreichend geliefert wird. Nur hier waren die zu laut und etwas zu kreischig, obwohl ischer amtliches Material.
Liege ich da falsch mit miener Einschätzung?

Auch ein lustiger Moment: Die haben das bekannte Lambada Lied gespielt (Llorando se fue) und da sich eine Polonaise gebildet hat, hat der Typ mit der Tres (die aussieht wie eine A-Gitarre) und die Percussion einfach weiter gespielt und sie haben auch gesungen - obowhl das Playback zuende war. Die Sängerin links, die das Tablet mit den Playbacks bediente war sehr verunsichert und wusste nicht, was sie tun sollte. Da war aber noch geunug Sound da und niemand hat es gestört. Für mich der beste Moment des Abends.

Wenn das als Bezahlkonzert gewesen wäre, wäre ich enttäuscht gewsen, aber es war umsonst und draußen auf dem Marktplatz und die Leute haben vor allem getanzt (Salsa, Bachata, Merengue, Cumbia ...) Und dafür war es ok.
 
  • #7.119
Also ich denke auch, hier geht es ja um den Spaß. Ich seh das mit dem Playback gar nicht so dramatisch. Der ganze ESC ist bis auf Vocals Playback und ich hatte letztens eine richtig gute Top40-Band auf der Bühne die auch ein paar Backingtracks hatten, aufgrund des fehlenden Keyboarders. Solange die Leute Spaß haben, warum nicht. Ist ja jetzt kein Konzert der Kammerphilharmonie oder irgendwas wo die Leute schon auch erwarten das die Musiker auch wirklich alles Live spielen.

Für mich sieht das nach E12 aus? oder was hängt da genau? Ich empfinde D&B eigentlich immer eher als Voll und Warm (Auf höchster Qualitätsebene) von daher finde ich es seltsam wenn das als "kreischend" beschrieben wird. Woran das am Ende lag wird man wohl nicht mehr herausfinden. Zu laut ist dann klar ein Fehler des Systech. Das sollte schon passend eingestellt werden.

Ungewöhnlich eine 7-er Banane zu sehen die auch noch nach innen gehangen wurde, obwohl ja die Wings aufgebaut wurden... Arrayprocessing kann ich mir in der Größenkategorie nicht so richtig vorstellen, will es aber natürlich nicht kategorisch ausschließen. Und bei der Statik ist das beim Stagemobil XXL (rate ich mal ins blaue) zwar meiner Meinung nach unbedenklich so viel Gewicht nach innen zu hängen aber vom Herstellen nicht explizit erlaubt wenn ich mich da recht entsinne.
 
  • #7.120
Außer im Einzugsgebiet der Nearfills war der Sound eigentlich wirklich gut und ausgewogen. Bass war gut da aber kein Bassgedröhne. Eigentlich so, wie man es sich wünscht: genug aber nicht too much, wie man es leider oft erlebt.
Bei den Bananen war das d&b Logo zu sehen, bei den Nearfills hab ich nicht so genau geschaut, aber es ist mir kein Logo ins Auge gestochen.
Wahrscheinlich wäre alles gut gewesen, wenn die Nearfills einfach einen Ticken leiser gewesen wären.
 

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