Du verstehst das falsch, denke ich. Was würdest du denn sagen, wenn einer aus dem Publikum, den du gar nicht kennst zur bühne kommt und dir erklärt wie du gefälligst die Gitarre einzustellen und zu spielen hast, weil seiner Meinung nach du das komplett daneben machst? (Wobei ich Gitarre nur stellvertretend raus gepickt habe). Oder dass du seiner Meinung nach komplett schief singst.
Mir ist klar, dass Es in jedem Tätigkeitsfeld Leute gibt, die das besser und welche die das schlechter bis gar nicht beherrschen. Aber als Band hat man wohl genauso die Wahl mit welchem Techniker man arbeiten will. Die Ausrede, dass man ja immer auf den Haustechniker angewiesen ist, zählt für mich nicht. Da kann man auch einen eigenen mit bringen. Ob es der dann besser kann als ein Haustechniker, sei jetzt dahin gestellt, aber es ist dann jemand, den die Band haben wollte.
Wenn mich jemand fragt, was ich vom Sound halte, also entweder der Techniker oder jemand der Band, dann sage ich das, was ich mir denke und auch warum ich zu dem Schluss gekommen bin. Kein Problem. Aber ungefragt jemanden seine Meinung (die ja auch genauso daneben liegen kann) aufdrücken ist vielleicht inzwischen dem Zeitgeist entsprechend, das ist nicht meine Sache.
Und eins noch, man lebt ja nicht in einer Blase, in der nur Band und Techniker sich aufhalten. Als Techniker habe ich genug Leute, mit denen ich mich über mein Tun am Pult austauschen kann. Und da sind viele befruchtende und konstruktive Gespräche dabei, von denen alle profitieren können. Denn da ist keiner auf Oberlehrer unterwegs, der dem kleinen Karli am Pult mal so eben die Welt und wie sie sein soll erklären will.
Ok, wenn jemand offensichtlich überfordert ist und sich schon wild Hilfe umsieht, dann kann es sein, dass ich nachfrage, ob ich helfen könnte. Aber nur wenn da ein Ja zurück kommt, teile ich meine Meinung mit. Oder wenn jemand aus der Band mich fragt, kein Thema. Aber eben nicht unaufgefordert und ohne Einwilligung der anderen.
Leider erlebe ich es öfter, dass der Tontechniker z.B. lautstark und direkt einfordert, dass die Sängerin halt lauter ins Mikro singen muss, als die Musiker sich trauen, Wünsche an den FOH oder Monitor-Sound zu äußeren...
Ich habe mir sagen lassen, dass ein lautes Nutzsignal hilft um den Bühnensound auf den Monitoren zu verbessern. Meiner Erfahrung nach stimmt diese Aussage. Wenn es bei euch nicht wichtig ist und die Stimme der Sängerin deutlich leiser als Drums und Amps sein kann (oder auch nur leiser als das andere Zeug, das aus den Monitoren kommt), dann habt ihr Glück, ist aber eher selten der Fall in meiner Realität.
Nach unseren Gigs kriegen wir als Band auch selten Feedback zu unseren (ausreichend vorhandenen) Spielfähigkeiten oder -fehlern, regelmäßig aber zum "suboptimalen" Sound.
Erst gestern war wieder so ein Tag, da haben die Bandmitglieder sich mehrmals bedankt dass der Sound wirklich gut war und dass man merkt dass das Gesamte Team vor Ort nach wie vor mit sehr viel Liebe an die Sache rangeht usw. Ich musste da das Kompliment zurückgeben, wenn die Qualität der Signale hochwertig ist, mischt sich das Konzert wie von selbst. Und wir haben sehr viele Wert auf diese Qualität gelegt beim Soundcheck. Und es kamen von der Band recht genaue Vorstellungen über das was sie an Sound haben wollten. Auch das ist hilfreich, genauso wie die Tatsache, dass die allesamt ihre Instrumente wirklich beherrschten.
So gelingt dann ein guter Abend für Band, Publikum und mir am Pult.
Am Sound nix zu meckern, aber die Band war scheixxe.
Ja, genau GIGO (Garbage in, Garbage Out) und das Mischpult ist keine Kläranlage
dass Künstler/Musiker gewisse Erwartungen haben, wie sie sich soundtechnisch präsentieren wollen,
Das kann auch manchmal ein Quell endloser Tristess sein. Was wenn der Techniker aus dem Beispiel von
@chris_kah nur die Anweisungen der Künstler umsetzte und die das genau so haben wollten? Dann gehst du zum Techniker, maulst den an dass dieses und jenes shice ist und wie man das doch viel besser machen könnte, obwohl das gar nicht auf seinem Mist gewachsen ist.
Da gibt es viele Spielarten und wenn die Hintergründe nicht bekannt sind, kann man sich schnell in ein Fettnäpfchen setzten. Gut gemeint ist halt doch dann und wann das Gegenteil von gut.