PA-Stammtisch

  • Ersteller Ersteller Carl
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  • #7.081
dann noch einen LoCut auf alle Monitorwege gelegt (denn deren rückwärtiger Sound trägt auch zu dem Gewummer im Saal bei)

Das checken leider die wenigsten. Deshalb geh ich, wenn immer möglich, beim Soundcheck mit dem Tablet auf die Bühne, hör mir jeden Wedge an und zieh die Kacke raus. Und deshalb versuche ich jede meiner Bands zu IEM zu bringen. Das alleine verbessert den FOH Sound massiv, wenn nicht praktisch alle Signale 8 fach in alle Richtungen raus geblasen werden.

Viele Techs ziehen nur nach GBF Gesichtspunkten aus dem Wedge raus, freuen sich dann, dass sie die Vocals mit 110db aus dem Wedge ballern können und übersehen, dass sie damit ihren FOH Sound ruinieren.
 
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  • #7.082
Ich muss jetzt schon ein wenig schmunzeln...
Das checken leider die wenigsten. Deshalb geh ich,
Tontechniker sind sich also schon bewusst, dass es nicht wenige Kollegen gibt, die ihr Handwerk nicht ganz so gut verstehen... (der Kommentar ist jetzt nur stellvertretend ausgewählt)

Ich würde niemals ungefragt einem Kollegen am Pult Tipps geben. Und käme einer zu mir, dann bekäme er zumindest einen ultrabösen Blick von mir. Speziell wenn mir der Mensch nicht bekannt.
Natürlich betrifft da aber immer nur die anderen, man selber weiß schon, was man tut... (dieser auch...)

Nachtrag: wenn es wirklich sehr schlimm mit dem Sound ist, dann gehe ich einfach.
Und wenn dann das Publikum bei der eigenen Veranstaltung nicht kommt oder glich wieder geht, kann man es ja auf die Musiker/Band schieben... (auch hier...)

Das klingt jetzt sicher überspitzt, aber ich fände es schön, wenn alle Beteiligten im Hinterkopf hätten, dass Künstler/Musiker gewisse Erwartungen haben, wie sie sich soundtechnisch präsentieren wollen, diese aber vielleicht nicht gut kommunizieren. Dass das Publikum gewisse, durchaus sehr unterschiedliche bzw. inhomogene Ansprüche an den Sound haben kann. Und das ein Tontechniker manchmal von der Technik, Zeit und den akustischen Gegebenheiten oft sehr schwierige Voraussetzungen haben können, das ganze noch mit wechselnden oder unbekannten Lokalitäten, Bands und Audienzen.

Gerade dann sollte es doch aber erst recht möglich sein, sich offen und konstruktiv über diese Erwartungen und Möglichkeiten auszutauschen, und nach gemeinsamen Kompromissen zu suchen?!

Leider erlebe ich es öfter, dass der Tontechniker z.B. lautstark und direkt einfordert, dass die Sängerin halt lauter ins Mikro singen muss, als die Musiker sich trauen, Wünsche an den FOH oder Monitor-Sound zu äußeren... Nach unseren Gigs kriegen wir als Band auch selten Feedback zu unseren (ausreichend vorhandenen) Spielfähigkeiten oder -fehlern, regelmäßig aber zum "suboptimalen" Sound. Aber wenn ich da so drüber nachdenke, vielleicht ist da Feedback bei Tontechnikern genau umgekehrt: Am Sound nix zu meckern, aber die Band war scheixxe. Das würde einiges erklären...

In diesem Sinne.

Gruß,
glombi
 
  • #7.083
Schön wäre es doch wenn es eine Wechselwirkung gäbe und man sich normal darüber unterhalten könnte. Aber leider sind da manche Egos durchaus etwas zu groß, als dass man sich da gegenseitig hilft. Andersrum ist "Sound" ja eine Komponente die jeder sehr individuell empfindet und ich käme mir irgendwann auch doof vor, wenn alle 2 min jemand käme und mich bittet dieses und jenes anzupassen.

Da einen guten Kompromiss zu finden stelle ich mir schwierig vor.
 
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  • #7.084
Ich sehe einen Unterschied zwischen Sound mit speziell dafür eingeteiltem Tonmenschen (da mische ich mich sicher nicht ein) und selbst mischenden Bands, die auf der Bühne ihren Sound oft garnicht richtig mitbekommen. Diese/wir sind oft dankbar für Hinweise "aus dem Publikum"...
 
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  • #7.085
wie sie sich soundtechnisch präsentieren wollen, diese aber vielleicht nicht gut kommunizieren

Sehr oft der Fall. Ich bekam mal den Monitorwunsch mehr Höhen in den Bässen. 🤷

Gerade dann sollte es doch aber erst recht möglich sein, sich offen und konstruktiv über diese Erwartungen und Möglichkeiten auszutauschen, und nach gemeinsamen Kompromissen zu suchen?!

Ja, leider wird das oft als Majestätsbeleidigung angesehen.

Leider erlebe ich es öfter, dass der Tontechniker z.B. lautstark und direkt einfordert, dass die Sängerin halt lauter ins Mikro singen muss, als die Musiker sich trauen

Die Lösung liegt auch meistens an der Quelle, weil die Physik sich nicht überlisten lässt.

Ich sehe einen Unterschied zwischen Sound mit speziell dafür eingeteiltem Tonmenschen (da musvhe ich mich sicher nicht ein) und selbst mischenden Bands, die auf der Bühne ihren Sound oft garnicht richtig mitbekommen. Diese/wir sind oft dankbar für Hinweise "aus dem Publikum"...

Absolut!
 
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  • #7.086
Du verstehst das falsch, denke ich. Was würdest du denn sagen, wenn einer aus dem Publikum, den du gar nicht kennst zur bühne kommt und dir erklärt wie du gefälligst die Gitarre einzustellen und zu spielen hast, weil seiner Meinung nach du das komplett daneben machst? (Wobei ich Gitarre nur stellvertretend raus gepickt habe). Oder dass du seiner Meinung nach komplett schief singst.
Mir ist klar, dass Es in jedem Tätigkeitsfeld Leute gibt, die das besser und welche die das schlechter bis gar nicht beherrschen. Aber als Band hat man wohl genauso die Wahl mit welchem Techniker man arbeiten will. Die Ausrede, dass man ja immer auf den Haustechniker angewiesen ist, zählt für mich nicht. Da kann man auch einen eigenen mit bringen. Ob es der dann besser kann als ein Haustechniker, sei jetzt dahin gestellt, aber es ist dann jemand, den die Band haben wollte.
Wenn mich jemand fragt, was ich vom Sound halte, also entweder der Techniker oder jemand der Band, dann sage ich das, was ich mir denke und auch warum ich zu dem Schluss gekommen bin. Kein Problem. Aber ungefragt jemanden seine Meinung (die ja auch genauso daneben liegen kann) aufdrücken ist vielleicht inzwischen dem Zeitgeist entsprechend, das ist nicht meine Sache.

Und eins noch, man lebt ja nicht in einer Blase, in der nur Band und Techniker sich aufhalten. Als Techniker habe ich genug Leute, mit denen ich mich über mein Tun am Pult austauschen kann. Und da sind viele befruchtende und konstruktive Gespräche dabei, von denen alle profitieren können. Denn da ist keiner auf Oberlehrer unterwegs, der dem kleinen Karli am Pult mal so eben die Welt und wie sie sein soll erklären will.
Ok, wenn jemand offensichtlich überfordert ist und sich schon wild Hilfe umsieht, dann kann es sein, dass ich nachfrage, ob ich helfen könnte. Aber nur wenn da ein Ja zurück kommt, teile ich meine Meinung mit. Oder wenn jemand aus der Band mich fragt, kein Thema. Aber eben nicht unaufgefordert und ohne Einwilligung der anderen.

Leider erlebe ich es öfter, dass der Tontechniker z.B. lautstark und direkt einfordert, dass die Sängerin halt lauter ins Mikro singen muss, als die Musiker sich trauen, Wünsche an den FOH oder Monitor-Sound zu äußeren...
Ich habe mir sagen lassen, dass ein lautes Nutzsignal hilft um den Bühnensound auf den Monitoren zu verbessern. Meiner Erfahrung nach stimmt diese Aussage. Wenn es bei euch nicht wichtig ist und die Stimme der Sängerin deutlich leiser als Drums und Amps sein kann (oder auch nur leiser als das andere Zeug, das aus den Monitoren kommt), dann habt ihr Glück, ist aber eher selten der Fall in meiner Realität.
Nach unseren Gigs kriegen wir als Band auch selten Feedback zu unseren (ausreichend vorhandenen) Spielfähigkeiten oder -fehlern, regelmäßig aber zum "suboptimalen" Sound.
Erst gestern war wieder so ein Tag, da haben die Bandmitglieder sich mehrmals bedankt dass der Sound wirklich gut war und dass man merkt dass das Gesamte Team vor Ort nach wie vor mit sehr viel Liebe an die Sache rangeht usw. Ich musste da das Kompliment zurückgeben, wenn die Qualität der Signale hochwertig ist, mischt sich das Konzert wie von selbst. Und wir haben sehr viele Wert auf diese Qualität gelegt beim Soundcheck. Und es kamen von der Band recht genaue Vorstellungen über das was sie an Sound haben wollten. Auch das ist hilfreich, genauso wie die Tatsache, dass die allesamt ihre Instrumente wirklich beherrschten.
So gelingt dann ein guter Abend für Band, Publikum und mir am Pult.
Am Sound nix zu meckern, aber die Band war scheixxe.
Ja, genau GIGO (Garbage in, Garbage Out) und das Mischpult ist keine Kläranlage :evil:
dass Künstler/Musiker gewisse Erwartungen haben, wie sie sich soundtechnisch präsentieren wollen,
Das kann auch manchmal ein Quell endloser Tristess sein. Was wenn der Techniker aus dem Beispiel von @chris_kah nur die Anweisungen der Künstler umsetzte und die das genau so haben wollten? Dann gehst du zum Techniker, maulst den an dass dieses und jenes shice ist und wie man das doch viel besser machen könnte, obwohl das gar nicht auf seinem Mist gewachsen ist.
Da gibt es viele Spielarten und wenn die Hintergründe nicht bekannt sind, kann man sich schnell in ein Fettnäpfchen setzten. Gut gemeint ist halt doch dann und wann das Gegenteil von gut.
 
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  • #7.087
Ich sehe einen Unterschied zwischen Sound mit speziell dafür eingeteiltem Tonmenschen (da musvhe ich mich sicher nicht ein) und selbst mischenden Bands,
Ich würde da nochmal differenzieren:

Bei "echten" Profis, also Bands, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen und eigene Ton- und Lichtmenschen haben, die mitreisen, würde ich nie auf die Idee kommen, während des Konzerts Kommentare zum Sound abzugeben. (Ich schätze es aber sehr, in einer ruhigen Minute nach dem Konzert mal zum FOH zu laufen und ein wenig zu quatschen, wenn sich die Gelegenheit ergibt)

Bei vielen kleineren Veranstaltungen mit Hobby-Bands und Freiwilligen an der Technik, z. B. Dorffeste, Schulveranstaltungen, Kulturzentren... sieht das aber anders aus. Wenn mir da was auffällt, z. B. weil ich Künstler/Location/Material kenne, laufe ich zum FOH und frage(!), ob ich ein paar Tipps geben soll. Wenn nein, dann nein - dann muss ich da durch oder wie der Kollege meinte eben gehen.

Oder ich gebe eben meine Tipps ab, möglichst mit Begründung warum, damit der Kollege oder die Kollegin am Pult das auch in Zukunft berücksichtigen kann. In den allermeisten Fällen sind danach alle etwas zufriedener: Publikum, Künstlerinnen und Künstler, Techniker und eben auch ich 😄

Noch zwei Sätze zu eigenen Erfahrungen:
Ich habe am Pult auch schon diverse "Anmerkungen" erhalten. Manchmal tatsächlich hilfreich, meist etwas nervig.
Einmal hatte ich tatsächlich eine Gitarre (gab mehrere auf der Bühne) nach einer Pause noch gemutet. Ich war gerade mit anderen Instrumenten beschäftigt und hatte es einfach vergessen, da war die Anmerkung echt gut.

Und dann kommt eine ganze Reihe von Anmerkungen, mit denen man echt nichts anfangen kann 😄
Beispiel: Lead-Instrument (eine Nyckelharpa) sei zu leise. Meine Gedanken: Danke Sherlock, da schraube ich seit 20 Minuten dran rum. In der Pause stellte sich heraus, dass ein Effektpedal kaputt gegangen ist und ersetzt werden musste.

Oder auch:
Chor zu leise, ob man den nicht lauter machen könnte. Wenn der Chor (aus 20 Personen) leiser singt als eine einzelne geübte Sängerin, bringen auch die vier Neumann-Stäbchen nicht viel.

Bei solchen (ungefragten) Anmerkungen am Pult von Personen ohne jeglichen technischen Background kann man leider nur lächeln und weitermachen. Und viele solche Erfahrungen bringen einen leider dazu, irgendwann auch auf hilfreiche Kommentare nicht mehr allzu viel zu geben.
 
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  • #7.088
Dann gehst du zum Techniker, maulst den an dass dieses und jenes shice ist und wie man das doch viel besser machen könnte, obwohl das gar nicht auf seinem Mist gewachsen ist.
Ich glaube da liegt ein Knackpunkt. Ich persönlich gehe sicher nicht zu jemandem hin, und maule ihn an, was er anders/besser zu machen hat. Das scheint aber oft anders zu laufen, sonst hätten nicht so viele Tontechniker sich so eine harte Schale aufgebaut? Ich nehme mir aber durchaus heraus, wenn es mich z.B. im Verhältnis zum gezahlten Eintritt ausreichend stört, sachlich und konstruktiv zu äußern, wie ich den Sound wahrnehme, und was mich ggf. stört. Ob und wie das dann geändert wird, überlasse ich dem Spezialisten.

Und dann kommt eine ganze Reihe von Anmerkungen, mit denen man echt nichts anfangen kann 😄
Beispiel: Lead-Instrument (eine Nyckelharpa) sei zu leise. Meine Gedanken: Danke Sherlock, da schraube ich seit 20 Minuten dran rum. In der Pause stellte sich heraus, dass ein Effektpedal kaputt gegangen ist und ersetzt werden musste.
Das kann auch manchmal ein Quell endloser Tristess sein. Was wenn der Techniker aus dem Beispiel von @chris_kah nur die Anweisungen der Künstler umsetzte und die das genau so haben wollten? Dann gehst du zum Techniker, maulst den an dass dieses und jenes shice ist und wie man das doch viel besser machen könnte, obwohl das gar nicht auf seinem Mist gewachsen ist.
Aber der Gast hatte doch dann sogar Recht, sonst hättest Du ja nicht schon 20 Minuten dran rumgeschraubt oder selber gelitten (was der Gast wiederum nicht wissen kann). Hätte man also auch als Bestätigung (aus Laienmund) aufnehmen können, und ihm kurz sagen, dass man da schon dran ist bzw. nichts machen kann?!

Zu uns ist mit eigenem (Hobby)-Mischer auch schon mal in einem akustisch schwierigen Gewölbekeller eine ältere Dame gekommen, mit "An eurem Sound müsst ihr dringend etwas ändern, ich würde am liebsten selber an die Knöpfe gehen!!!". Hätte sie nur gesagt, was sie konkret stört...

Die Lösung liegt auch meistens an der Quelle, weil die Physik sich nicht überlisten lässt.
Das Lautstärke/Mikro-Beispiel war ungeschickt gewählt. Mir ging es darum, dass Tontechniker oft einen sehr robusten und direkten Ton gegenüber den Musikern anschlagen, die sich dann gar nicht mehr trauen, ihre Soundwünsche ausreichend durchzusetzen...

Ich sehe einen Unterschied zwischen Sound mit speziell dafür eingeteiltem Tonmenschen (da mische ich mich sicher nicht ein) und selbst mischenden Bands, die auf der Bühne ihren Sound oft garnicht richtig mitbekommen. Diese/wir sind oft dankbar für Hinweise "aus dem Publikum"...
Zu letzterem habe ich ja mal einen eigen Thread eröffnet, weil ich glaube, dass solche Bands im Nachgang für Rückmeldung sicher dankbar sind, während des Gigs dadurch aber vollkommen aus dem Konzept gebracht werden könnten. Der dezidierte Tonmensch hätte direkt die Möglichkeit, das Erlebnis für alle zu verbessern, ohne die Qualität der Aufführung zu beeinflussen...
 
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  • #7.089
Ja, das Thema ist sehr nuancenreich. Ich habe auch schon bei ein und demselben Gig zu hören bekommen, es sei zu leise. Und zu laut. Also, von unterschiedlichen Personen, aber immerhin. Ich ermutige meine Auftraggeber, gerne mit Wünschen und Kritik zu mir zu kommen. Genauso frage ich die Musiker nach ihren Wünschen und Vorstellungen, und in 95% aller Fälle sind die auch umsetzbar. Es gibt da allerdings einen Bandleader, er seine Gitarre so laut und fett auf der PA hören möchte, dass der Gesang und der Bandsound leiden. Ja, die Gitarre für sich klingt einfach super. Aber etwas leiser wäre fürs Gesamtergebnis besser.

Ich sage immer gerne, guter Sound ist eine Teamleistung. Und jeder hat es in der Hand, das zu ruinieren. Wenn es klingt, haben alle "mitgespielt".
 
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  • #7.090
Ich habe auch schon bei ein und demselben Gig zu hören bekommen, es sei zu leise. Und zu laut.

Wer hat das nicht... Ich habe mir angewöhnt das mit Band/Veranstalter im Vorfeld möglichst konkret abzuklären was sie haben wollen (was viele aber eh nicht formulieren können - dann gehts nach meiner eigenen Angemessenheitseinschätzung), und dann wird das objektiviert (Messung) umgesetzt. Publikum wird dann an Band/Veranstalter verwiesen um die persönlichen Befindlichkeiten auszudiskutieren. Lauter/leiser auf Einzelmeinung-Zuruf führt meiner Erfahrung nach zu nichts.
 
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  • #7.091
Das Lautstärke/Mikro-Beispiel war ungeschickt gewählt. Mir ging es darum, dass Tontechniker oft einen sehr robusten und direkten Ton gegenüber den Musikern anschlagen, die sich dann gar nicht mehr trauen, ihre Soundwünsche ausreichend durchzusetzen...

Bei Bands, die ich das erste mal mische, frag ich immer proaktiv, ob das was ich mache gewünscht ist. :)
 
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  • #7.092
Ich nehme mir aber durchaus heraus, wenn es mich z.B. im Verhältnis zum gezahlten Eintritt ausreichend stört, sachlich und konstruktiv zu äußern, wie ich den Sound wahrnehme, und was mich ggf. stört.
Die Bandbreite für ein unbändiges Mitteilungsbedürfnis kann extrem hoch sein. Da gibt es eben Leute, die es für unfassbar schlecht gemixt halten weil "ihr" Instrument im Mix für ihren Geschmack viiiiiiel zu leise ist. Andere kritisieren das auch, wenn auch wegen einem anderen Instrument.
Viel zu leise, zu laut würde schon erwähnt, dem einen ist zu wenig oder zuviel Hallo im Einsatz. Dann meint halt wieder wer anderer, einem erklären zu müssen, wie genau eine Bass drum den klingen soll. Ich möchte Mal eine Band, die setzt ziemlich intensiv Verzierter ein, auch auf Stimme und Piano. Das ist gewollt so. Kommt aufgebracht ein selbst erklärter Kollege daher und schreit mich an, warum ich nicht höre dass Stimme und Piano verzerrt ist.
Klar gibt es Gründe warum der Sound tatsächlich schicke ist, mag es der Raum, die Qualität der Signale oder auch die aktuelle Tages Verfassung von mir sein. Da kämpft und radiert man dann rum um die Sachen zu verbessern. Da sind Kommentare von der Seite aber auch nicht hilfreich.
Und wenn ein Kollege Mal, vielleicht wegen fehlender Skills, mit der Situation eh schon hoffnungslos überfordert ist, dann hilft es eben auch nicht wenn er von links und rechts zu hören bekommt was er denn alles falsch macht. Wahrscheinlich weiß er dann auch nicht Mal wie er das verbessern könnte.

Deshalb meine Aussage von oben, dass ich nie und nimmer ungefragt meinen Kommentar abgeben würde und wenn mir jemand "gute Ratschläge" erteilt ich ihn finster ansehe und den Rest ignoriere.
 
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  • #7.093
Ja, letztens bei einem kleinen Bierfest Open Air mit ziemlich restriktiver Lautstärke Beschränkung kam einer, der meinte, dass der Bass viel zu leise ist. Mit Sicherheit ein Bassist. Eh, ich reite halt die Obergrenze der Beschränkung und muss mich entscheiden, ob der Bass dich weg drückt, oder ob man etwas von der Stimme hört. Ich würde liebend gerne alles lauter aufdrehen, geht halt nicht. 😜

Ich gehe auch so gut wie nie ungefragt zu Kollegen.
 
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  • #7.094
Bei Bands, die ich das erste mal mische, frag ich immer proaktiv, ob das was ich mache gewünscht ist.
Mach ich auch so, und ich frage auch immer wie sie den Sound denn angelegt haben wollen. Wenn es möglich ist, dann höre ich mir im Vorfeld einige Beispiele von denen an, versuche Live Videos zu finden mit etwas mehr als nur miesen Kamerasound von weil links außen. Damit komme ich ganz gut klar und auch die Bands sind dann recht angetan von dem, was ich da zusammen schraube.
Wie die Kommunikation mit der Band am Ende läuft, hängt auch davon ab welches Gesprächsklima mit den einzelnen Musikern möglich ist. Viele sind gerne bereit sich da, um am Ende ein gutes Ergebnis zu erzielen, konstruktiv auszutauschen. Erst neulich hatte ich den Fall mit einer Band die im Rider stehen hatte, dass man nach dem Soundcheck keinesfalls, KEINESFALLS!!!!!, die Lautstärkeverhältnisse verändern darf. Nach ein paar Testsongs beim Soundcheck sagte ich, dass ich das nicht so gut finde, speziell weil bei der Band ein essentielles Element die Interaktion zweier Musiker miteinander ist, mal ist der eine Solist, mal der andere und oft müssen die beiden gleichwertig gehalten werden um mit dem Mischsound der beiden Instrumente eine neue Klangdimension zu eröffnen. Gerade letzteres war bei den Testsongs nicht immer optimal. Und so fragte ich ob ich nicht doch während des Konzertes da und dort etwas korrigierend eingreife (ich dreh ohnehin nicht wild rum, wenn der Sound an sich gut ist). Das wurde so akzeptiert und es wurde wieder einmal ein gelungen schöner Abend.

Ich bin auch überwiegend ein ganz netter Zeitgenosse. Wenn ich rauher im Ton werde dann in der Regel aus einem Grund, nämlich "wie man in den Wald rein schreit, so kommt es zurück". Geht man mich unwirsch an, dann reagiere ich auch nicht mehr ganz so nett ;)
 
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  • #7.095
Wenn ich rauher im Ton werde dann in der Regel aus einem Grund, nämlich "wie man in den Wald rein schreit, so kommt es zurück"
Das wollte ich auch schon schreiben, aber…
und wenn mir jemand "gute Ratschläge" erteilt ich ihn finster ansehe und den Rest ignoriere.
… so mancher Wald scheint von vornherein eher so finster zu sein, sodass sich erst keiner getraut, hineinzurufen…
Ich gehe auch so gut wie nie ungefragt zu Kollegen.
Und ich habe auch noch nie einen deiner Kollegen erlebt, der mal durchs Publikum gelaufen wäre und aktiv nachgefragt hätte. Vielleicht mal hinterher bei der Band, aber was kriegt die davon schon mit, bzw. was soll das dann noch bringen?

So wird das nichts mit Feedback und kontinuierlicher Verbesserung. Jeder bleibt in seiner Bubble, das unzufriedene Publikum und der überzeugte Techniker…

NATÜRLICH gibt es auch ganz viele Events, wo es auch so am Ende passt. Aber wie schon von jemandem erwähnt, die negativen Fälle bleiben im Gedächtnis und werden breitgetreten, wodurch fälschlicherweise eine Verallgemeinerung entstehen kann…
 
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  • #7.096
Gehen die Musiker durchs Publikum um die Leute zu fragen wie das denn so angekommen ist und was man als Band verbessern kann? Ist eine Band dann nicht auch in einer Bubble?
Aber ich denke es wird hier jetzt vermehrt die Situation überzeichnet und und in ein Extrem getrieben. Am Ende ist es bei weitem nicht so, dass Techniker stur ihren Kram runter arbeiten und nicht nach links oder rechts sehen. Natürlich gibt es da eine gewisse Interaktion und Selbst Reflexion. Dur Idioten würden es ablehen sich in ihrem Tun nicht verbessern zu wollen. Das heißt aber trotzdem nicht, dass man sich ungefiltert der Kritik von Hinz und Kunz aussetzen muss.

Wie ich schon sagte, kein Musiker will sich von irgend jemanden aus dem Publikum erklären lassen, wie und warum sie etwas anders machen sollten. Das würde ja auch ein Fass ohne Boden aufmachen.
Und ein Techniker soll das über sich ergehen lassen, vielleicht weil er einfach nur mitten unter den Leuten sitzt? Ich verstehe es nicht.

Das einfachste und effektivste Mittel, seine Meinung bei einem Konzert Kund zu tun ist, zu bleiben wenn es gefällt, zu gehen und nimmer wieder zu kommen, wenn es nicht gefällt. Da muss nicht immer jeder seine Meinung jedem, egal ob er es hören will oder nicht, aufs Aug zu drücken.
 
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  • #7.097
Gehen die Musiker durchs Publikum um die Leute zu fragen wie das denn so angekommen ist und was man als Band verbessern kann? Ist eine Band dann nicht auch in einer Bubble?
Ich kann da nur für uns sprechen: Ja, machen wir. Natürlich kommt dann das meiste Feedback von Bekannten, aber dann auch von umstehenden Fremden.

Wie ich schon sagte, kein Musiker will sich von irgend jemanden aus dem Publikum erklären lassen, wie und warum sie etwas anders machen sollten. Das würde ja auch ein Fass ohne Boden aufmachen.
Und ein Techniker soll das über sich ergehen lassen, vielleicht weil er einfach nur mitten unter den Leuten sitzt?
Auch hier kann ich nur für mich sagen: Doch, das schätze ich sehr. Denn bei mir gibt es genug zu verbessern. Aber vielleicht würde ich ohne Feedback die falschen Schwerpunkte setzen? Nur bitte nach dem Gig, sonst bringt mich das ganz aus dem Flow. Letzteres sollte am Pult nicht ganz so kritisch sein? Das sind schon zwei unterschiedliche Situationen? Aber vielleicht sehe ich das auch falsch?

Das einfachste und effektivste Mittel, seine Meinung bei einem Konzert Kund zu tun ist, zu bleiben wenn es gefällt, zu gehen und nimmer wieder zu kommen, wenn es nicht gefällt.
Na klar, und irgendwann bleibt nichts mehr übrig, wo man hingehen kann?! Einstein hat da mal was sehr einleuchtendes gesagt. Darüber zu hoffen, dass sich das Ergebnis ändert, wenn man immer das Gleiche tut…

Ich werde es bei Konzerten und Restaurants weiter so halten, dass ich konstruktives Feedback gebe, wenn ich den Eindruck habe, es könnte was bringen.

Jetzt lass ich auch mal wieder gut sein…
 
  • #7.098
Denn bei mir gibt es genug zu verbessern. Aber vielleicht würde ich ohne Feedback die falschen Schwerpunkte setzen?
Feedback bringt nur dann etwas, wenn es konstruktiv ist und man die nötigen Änderungen auch in der Hand hat.

Feedback von Menschen ohne musikalischen oder technischen Hintergrund bringt als Tontechniker daher wenig, da diese meist nicht einschätzen können, warum das Problem denn nun aufgetreten ist.

Ich hole mir tatsächlich gerne Feedback von der Band, den der Band nahestehenden Personen (Fotografen, Friends & Family etc.), anderen anwesenden Musiker:innen (z. B. der Band davor/danach) oder anderen Technikern ein (man ist ja nicht immer alleine).

Ich bin in der glücklichen Situation, dass hier zu >90% nur noch Geschmacksfragen diskutiert werden und keine groben Schnitzer 😄

Eine gute Absprache mit den Musikern vorab hilft aber definitiv und vermeidet unnötige Diskussionen. Wenn ich schon vorher weiß, dass ich die zweite Gitarre besser nicht so laut machen soll, dass Instrument X nur in Stück 1 und 2 laut darf und sonst im Hintergrund bleiben soll oder der Gesang vom Bassisten gerne leiser sein darf, macht das meine Arbeit deutlich einfacher.

Ich durfte ein paar Jahre lang eine Coverband betreuen, das ist einfach genial, wenn du irgendwann jeden Song kennst, weiß, wer wann ein Solo anstimmt und wer mal eine Pause braucht. Auf Festivals mit kurzen Changovern und unbekannten Acts muss man sich da oft einfach gegenseitig vertrauen, dass Band/Ton/Licht jeweils Ahnung von ihrer Arbeit haben und schon wissen, was sie da tun.
 
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  • #7.099
Da fällt mir ein - das letzte Mal, dass ich Feedback aus dem Publikum bekommen habe, war das erstaunlich differenziert, sinngemäß: "Du, normalerweise ist bei denen der Backgroundgesang noch deutlich lauter gemischt, hör mal, die singen richtig gut!" Was dann auch stimmte.

Und so machte ich den Backgroundgesang lauter, und ich sah, dass es gut war und allen Partypeople ein Wohlgefallen.

/Sontaggspredigttonfall_Ende

Es stellte sich heraus, dass das die Frau des (ebenfalls sehr gut singenden) Gitarristen war, musikalisch sachverständig, und natürlich hatte sie die Band schon öfters gehört. Für mich war es das erste Zusammentreffen mit dieser Band. Und sie hatte recht mit dem Einwand. Wahrscheinlich wäre ich im Lauf des Abends auch selbst darauf gekommen, den Gesang im Pegel anzuheben, aber so passierte das eben schon im ersten Song. Ein Gewinn für alle. Wenn ich die Band das nächste Mal mische, werde ich explizit die Anwesenheit dieser Dame ab dem Ende des Soundchecks, spätestens jedoch zu Konzertbeginn, einfordern :)
 
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  • #7.100
Feedback von Menschen ohne musikalischen oder technischen Hintergrund bringt als Tontechniker daher wenig, da diese meist nicht einschätzen können, warum das Problem denn nun aufgetreten ist.
Sorry, dann doch nochmal. Es ist doch vollkommen egal, ob die Kundschaft einschätzen kann, warum sie unzufrieden ist?! Wenn ein Gast äußert, dass es im zu laut oder zu dumpf ist, dass er den Gesang nicht verstehen kann, im ein prägnantes Riff gefehlt hat, das Solo nicht original war, einer schief spielt/singt? Wir haben ja hier festgestellt, dass es dann sicher noch mehr Unzufriedene gibt, die sich nur nicht melden. Ob und was wir draus machen, bleibt doch unsere Sache als Musiker oder Techniker?
 

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