PA-Stammtisch

  • Ersteller Ersteller Carl
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  • #7.041
Das haben die gar nicht in der Hand. Die Sender hängen sich da (früher) an den Analogsplitter…
Ich betreue den Saal Sound eines kleinen Festivals, dessen Konzerte in der Regel vom ORF aufgenommen werden um sie später im Radio zu verwenden. Da wird jedesmal natürlich auch das Einverständnis der Bands schriftlich eingeholt. Anders geht das ja auch nicht.

Meiner Erfahrung nach lassen die sich auch nicht viel sagen
Neben dem Einverständnis wird auch abgesprochen was da bezüglich Soundgestaltung usw umgesetzt werden soll. Arroganz hilft hier nicht, wenn das Ziel ist, die Künstler im best möglichen Licht strahlen zu lassen, was es wiederum einfacher macht, das Einverständnis zur Aufnahme zu bekommen.

Das war m.W. aber nicht live (also schon live gespielt, aber nicht live gesendet).
Hmm, keine Ahnung, dachte damals schon, dass das Live war. Aber wie ich die Praxis der Sender hier kenne, werden die Konzertmitschnitte durchaus live gemixt. Nachträglich die Mehrspuraufnahmen neu zu mischen wäre zu aufwändig und zu teuer. Das passiert maximal wenn beim Stereomitschnitt grob was daneben geht.
 
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  • #7.042
. Da wird jedesmal natürlich auch das Einverständnis der Bands schriftlich eingeholt. Anders geht das ja auch nicht.
Naja ohne Einverständnis der Band geht es natürlich nicht. Und dass es da Absprachen gibt hinsichtlich "was kriegen wir, was wollt ihr?" - immerhin, wenn es so passiert...
Aber dass die Bands dann da auf den laufenden Mix Einfluss hätten, wäre mir neu. Da lassen sich m.E. (wobei das schon lange her ist) die ÖRR-Techniker eher nicht reinreden.

Und das sind eben häufig keine ausgesprochenenen Rock'n'Roller, sondern eher klassisch ausgebildete Tonmeister mit Erfahrung in Klassik, Jazz, Blues, Sport, Show... Da kann man dann Glück oder Pech haben, dass so jemand dann ein Händchen oder Ohr für Metal und Co hat. Kommt dann vielleicht auch drauf an, wer gerade Schicht hat 😅
 
  • #7.043
Ist schon ein wenig Aufwand, wenn man Live-Gigs direkt streamen will. Wir machen das mit den Live-Veranstaltungen in unserem Verein. Der Video-Mensch sitzt im Nebenraum, steuert die Kameras und muss natürlich auch den Sound entsprechend anpassen. Am FOH wird ein A&H SQ7 eingesetzt, und klar, ist der Main-Out für den Stream nicht geeignet. Der Video-Mensch hat - so wie ich das verstanden habe - wenig Einfluss auf den Sound, bekommt lediglich ein paar Busse (Drums, Vocals, Gitarren, Bass) wo natürlich nur bedingt Einflussnahme möglich ist. Vermutlich müssten man mit zusätzlicher Peripherie über AES oder Dante oder wie auch immer die Einzel-Kanäle abgreifen und einen komplett eigenen Mix für den Stream erstellen, was natürlich ein Riesen Aufwand ist, vor allem, weil wir immer mehrere Bands nacheinander haben, in der Regel keinen aufwendigen Soundchecks, außer für die erste Band, und die anderen leidglich einen LineCheck bekommen. Aber der Sound des Streams wurde schon oft bemängelt, und da müssen wir auf jeden Fall was tun, sonst kann man sich das auch sparen.
 
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  • #7.044
Man kann definitiv auch innerhalb der EBU Standards einen fetten Sound machen, der auf alle Systeme überträgt. Genauso wie es ein Studio Master schafft, nur auf einem anderen Pegel. Völlig wumpe, kann man danach ja einfach am Master dort hin schieben, wo es hin gehört. Natürlich kann man gegen ein Studio Master nicht anstinken, aber gut hin kann man schon kommen.

Bei uns (Ö1) gibt es hauptsächlich Klassik und Hörfunk Tonmeister. Also Live Klassikaufnahmen, sowie Live oder Studio Sendeaufnahmen. Es gibt hier nur eine Hand voll, die auch "modernes" machen, die werden dann auch dafür eingesetzt. Wenn durch irgendwelche Umstände ein Klassiker bei einer Pop Produktion landet, dann kann es schon so klingen wie oben beschrieben. Ich würde denen das gar nicht mal vorwerfen, man kann nicht alles können. Und wie schnell die einen unfassbaren Orchester oder auch Oper (ganz wild!) Sound zusammen schrauben ist jedesmal wieder beeindruckend!

Hier ein Mitschnitt aus dem Sendesaal. Das hat der Gerry Domjan gemischt, find ich schon ziemlich stark. Der macht auch viel Festival Live Übertragungen, fahrt da dann mit Waves "Outboard" an und weiß das auch zu nutzen. :)

War eine arge Produktion!


View: https://youtu.be/eqNYOHrbSoM?is=wtv7aYveWLdZqNhe
 
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  • #7.045
Um das Thema noch mal aufzugreifen: Warum macht es sich überhaupt so kompliziert und übergibt den Fernseh-/Streaming Leuten nicht einfach den Master Mix vom FoH + die Atmo Mikros.

Bei Open Airs dieser Größe gibt es ja nun ja nun wirklich keinen Bühnensound mehr, um den der FoHler drum herum mischen müsste, sodass in der Master Summe irgendwas fehlt oder zu laut ist.

Diese Stereo Spur können sich die Fernseh-/Streaming Leute ja immer noch so hineqen und komprimieren, dass es irgendwelche Standards erfüllt, aber so sollte der Mix doch grundsätzlich erst mal passen und nicht immer zu einem kompletten Glücksspiel werden!?
 
  • #7.046
Um das Thema noch mal aufzugreifen: Warum macht es sich überhaupt so kompliziert und übergibt den Fernseh-/Streaming Leuten nicht einfach den Master Mix vom FoH + die Atmo Mikros.
Weil das einfach nie passt. FoH-Sound 1:1 als Sendesignal geht schief.
 
  • #7.047
Und warum? Außerdem hat ja auch niemand von 1:1 gesprochen.
 
  • #7.048
Außerdem hat ja auch niemand von 1:1 gesprochen.
Doch - entweder macht man einen eigenen Mix, der ist dann nicht 1:1, oder man nimmt die Pultsumme, dann ist es 1:1, den Mix kann man ja dann nicht mehr ändern.

Man könnte jetzt denken, dass bei einem so lauten Mix wie bei einem Festival der PA-Sound so "drüber" ist, dass man den 1:1 senden kann.
So einfach ist es aber nicht. Man hat in der Regel keine einfache Stereosumme, sondern mindestens mal Stereo für die Front plus ein separater Subwoofer-Kanal (und nein, den kann man nicht einfach wie den TV-sub benutzen, das sind ganz andere Trennfrequenzen etc.).
Und dann hat man weitere Kanäle, u.a. Delayline, Nearfill, Sidefill usw.

Und man hat zwar vielleicht nicht mehr viel Natursound auf der Bühne, und heutzutage tendenziell weniger (silent stage, Inear...). Aber trotzdem meistens noch irgendein Monitoring, also doch wieder Bühnenschall.

Und dann passt obendrüber noch mindestens mal der EQ und die Dynamik nicht, um daraus einen wendefähigen Ton zu machen.
Man könnte jetzt theoretisch die Pultsumme(n) nehmen und durch Dynamik, EQ etc weiter verbiegen - aber da ist es am Ende einfacher, sich direkt einen eigenen Mix zu machen. Heute technisch einfacher denn je...
 
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  • #7.049
Man hat in der Regel keine einfache Stereosumme, sondern mindestens mal Stereo für die Front plus ein separater Subwoofer-Kanal (und nein, den kann man nicht einfach wie den TV-sub benutzen, das sind ganz andere Trennfrequenzen etc.).
Und dann hat man weitere Kanäle, u.a. Delayline, Nearfill, Sidefill usw.

Die ganzen Extra Kanäle mit Delays und Trennfrequenzen kommen doch aber nicht vom FoH, das macht der Systemer.

Selbst wenn der FoH dem Systemer separate Feeds für Subs und Fills gibt (was längst nicht alle tun), ist in der Master Summe trotzdem alles drin.

Und man hat zwar vielleicht nicht mehr viel Natursound auf der Bühne, und heutzutage tendenziell weniger (silent stage, Inear...). Aber trotzdem meistens noch irgendein Monitoring, also doch wieder Bühnenschall.

Klar, der beeinflusst 50m oder noch mehr vor der Bühne, wo der FoH steht, den Mix allerdings so ungefähr gar nicht mehr.

Und dann passt obendrüber noch mindestens mal der EQ und die Dynamik nicht, um daraus einen wendefähigen Ton zu machen.
Man könnte jetzt theoretisch die Pultsumme(n) nehmen und durch Dynamik, EQ etc weiter verbiegen

Das ist doch exakt mein Vorschlag gewesen. FoH Mix nehmen, so zurecht „mastern“, dass es für Broadcast passt, Atmo Mics dazumischen, fertig.

aber da ist es am Ende einfacher, sich direkt einen eigenen Mix zu machen.

Offenbar ja nicht, wenn die meisten Festival Streams so dermaßen vermischt sind…..
 
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  • #7.050
Man hat in der Regel keine einfache Stereosumme, sondern mindestens mal Stereo für die Front plus ein separater Subwoofer-Kanal (und nein, den kann man nicht einfach wie den TV-sub benutzen, das sind ganz andere Trennfrequenzen etc.).
Da kommen wir dann wieder in die Diskussion ob man nicht doch einen Stereo Mix machen sollte und dann erst via Controller den Quatsch auf die PA Untersysteme aufteilen sollte oder doch wieder mit Aux-Fed Subs arbeiten soll usw.

Meiner Meinung nach spricht aber auch nichts dagegen, dass man einen extra Mix macht, aber zum einen sollte man als Band, speziell wenn man nicht aus der Unterunterkreisliga Süd stammt, doch auch darauf achten, was da über den Sender geht und ob der Typ am Streaming Pult Ahnung hat, was da im gegebenen Genre zu tun ist. Sendeanstalten haben ja nicht nur Techniker im Pool, die Klassik, Jazz oder Volktümlich drauf haben. Und wenn das nicht gewährleistet ist, dann gibt es halt keine Freigabe. Aber dazu sind wohl die Bands doch noch zu gierig auf Reichweite.
 
  • #7.051
FOH Mix plus Atmo kommt hier immer wieder mal vor. Manche Bands akzeptieren auch nichts anderes. Wenn der FOHler das ernst nimmt, kann man definitiv auch vom FOH einen super Mix schicken und da stimmen dann die Balance und die Effekte, vor allem auf den Vocals. Auf sehr großen Festivals geht das sehr gut, bei Clubs eher weniger, je mehr der Bühnensound ins Spiel kommt. Aber auch hier kann man via extra Matrix ausgleichen und dort zB die Drums oder Gitarren dementsprechend anheben. Hier macht aber ein wirklich seperater Mix definitiv Sinn, das wird dann immer eher ein Kompromiss.
 
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  • #7.052
Zwei sich ergänzende Eindrücke von letzter Woche und diesem WE:
(1.) Es ist auch mal ganz schön, wenn andere einem eine Bühne mit Podesten, PA, Monitoring und Licht hinzimmern und man sich mit Band ins gemachte Nest setzen kann - nur noch die eigenen Mikros anschließen, verkabeln, und der Soundcheck kann losgehen!
(2.) Oder mal eine Bühne für jemand anderen bauen, PA hinstellen und einmessen, Monitoring, Mikros, Stative und Kabel hinstellen und weitestgehend alles vorbereiten - die Band kommt morgen mit eigenem Pult und Stagebox, d.h. wir müssen sowieso ein wenig umverkabeln.

Kollaboration und Arbeitsteilung sind etwas Feines, denke ich.
 
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  • #7.053
War keiner von euch in St. Peterording?
Bei Gosch?
War grosse Bühne mit bands
 
  • #7.054
Moin,

mal wieder sitze ich vorm Monitor, will Racks ausrüsten und frage mich, wie so manche Produktmanagement-Entscheidung zustande kommt.

Anforderung: Strom im Rack verteilen. 8+ Schuko Dosen, 1HE, 19" rackmount, TR1-Anschluß, Durchschleifmöglichkeit, Schalter. Ist das eine "komische Nischenanforderung"?! Wenn nein, warum gibts das (offenbar) nicht günstig von der Stange?

"Fast passend" gibts:

the t.racks Power 8 TR1*
*

Wo ist der Schalter?

Adam Hall 87471 T*
*

Deutlich teurer, aber immer noch nicht perfekt: Wo ist der TR1-Ausgang zum Durchschleifen?

[Falls jemand zufällig die Lösung kennt, würde ich mich über einen Hinweis freuen.]

Nächstes Ding: Funkrack mit vier Empfängern per CAT-Core anschließen. Typische Anwendung würde ich sagen. Also was will man? 1HE 19" Splitbox mit rückwärtigen vier XLRf und frontseitigem CAT-Anschluß sowie vier XLRm, um die vier Funken ggfs. auch mit dedizierten XLR-Kabeln statt CAT-Core abgreifen zu können. Finde ich am Markt nicht. Closest: https://www.pronomic.eu/produkte/00085739/ -- aber eben nicht in 19".

Manchmal frage ich mich echt ob meine Anforderungen so "komisch" sind das kein Produktmanager da einen Sinn drin sieht (sprich aus seiner/ihrer Warte: genügend Absatzpotential), oder ob da einfach zu viele Theoretiker am Ruder sind die noch ne selbst Veranstaltungstechnik-Systeme gebaut haben...

:bang: </rant>

Wie schön wäre es doch blos, wenn die Produktmanager der Big T Eigenmarken hier in den Austausch mit Kunden gehen würden (um dann auch gleich mal anzuregen auf das CAT-Core Material den AES72-Typ aufzudrucken)... Oder gibt es sonst wirkungsvolle Kanäle, wo man solche Marktlücken mal den Entscheidern wirksam näher bringen könnte, ohne im Kundensupport-Desk zu versanden? Läufts wirklich heraus auf "wir wissen schon was der Markt will, wir haben genug statistische Daten!11!"?

Grüße,
dabbler
 
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  • #7.055
Wozu braucht man bei einem TR1 einen Schalter?
 
  • #7.057
Und wo sind da die TR1 Ein-/Ausgänge? ;)

Wozu braucht man bei einem TR1 einen Schalter?
Weil ich ganz bestimmt nicht "Stecker nicht verriegelt" als Schalterersatzt kultivieren möchte.

Nächstes Ding: Funkrack mit vier Empfängern per CAT-Core anschließen. Typische Anwendung würde ich sagen. Also was will man? 1HE 19" Splitbox mit rückwärtigen vier XLRf und frontseitigem CAT-Anschluß sowie vier XLRm, um die vier Funken ggfs. auch mit dedizierten XLR-Kabeln statt CAT-Core abgreifen zu können. Finde ich am Markt nicht.
Kaum poste ich es, schon finde ich es:


Leider aber natürlich wie bei AES72 üblich mit nix anderem hierzulande Gängigem kompatibel. Aber das Thema hatten wir ja schon in nem anderen Thread. :weep: Und natürlich keine Preisangabe, ergo sicherlich nicht "günstig"...
 
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  • #7.058
Weil ich ganz bestimmt nicht "Stecker nicht verriegelt" als Schalterersatzt kultivieren möchte.
Wie meinen? TR1 darf ausdrücklich unter Last gesteckt werden und der ist verriegelt im Zweifelsfall sicherer als ein Wippschalter, gegen den man auch mal versehentlich kommen kann...

domg
 
  • #7.059
Das ist mir durchaus bekannt, aber eine nicht verriegelte Stromsteckverbindung ist für mich ein Fehlerzustand, kein gewollter Schalterersatz. Zudem ist ein leuchtender Schalter bei schlechten Licht- und engen Platzverhältnissen ein etwas sichererer Indikator als ein leicht verdrehter Stecker.

YMMV.

EDIT: Achso, und wenn Du TR1 durchschleifst, aber dann den Eingangsstecker nicht verriegelst um dieses Rack stromlos zu machen, kappst Du auch den Strom zu allen Racks downstream.

im Zweifelsfall sicherer als ein Wippschalter, gegen den man auch mal versehentlich kommen kann

Dafür gibts Schutzmaßnahmen:

1785179214069.webp
 
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  • #7.060
Mach wie Du willst, aber setze doch nicht Deine Vorstellung als Standard und fordere entsprechende Gerätschaften. Bei mir sind schon ewig alle Steckdosenleisten mit Schalter rausgeflogen, weil nur Nachteile. Wenn ich einen beleuchteten Schalter brauche, um zu sehen, ob die Geräte im Rack Strom haben... also komm... das ist doch Quatsch.

Du würdest also an sowas noch einen Schalter ran machen, oder wie?
*​

*
 
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